04.06.2026 Aufruf zur solidarischen Prozessbeobachtung nach queerfeindlichem, rechtem Angriff in Schleswig
Tatverdächtiger nach queerfeindlichem, rechten Angriff auf zwei links gelesene Personen vor Gericht
Am 11.01.2025 mittags soll ein PKW mit überhöhter Geschwindigkeit über den Parkplatz eines Supermarktes in Schleswig gefahren sein und dabei beinahe mehrere Personen erfasst haben. Während eine Person darüber schimpfte, wiesen zwei weitere Personen, die gemeinsam unterwegs gewesen sind, den Fahrer direkt auf die Problematik hin. Der Fahrer wirkte nach zweifacher Ansprache uneinsichtig.
Kurze Zeit später soll er sich an einer der betroffenen Personen vorbeigedrängelt und ihr dabei eine sexistische Beleidigung zugerufen haben. Die Person entgegnete, dass das nicht in Ordnung sei, worauf auch die Begleitperson verbal entgegnete, dass er sie nicht zu beschimpfen habe.
Nur wenig später soll der Fahrzeugfahrer auf die Begleitperson zugegangen sein und diese körperlich mehrfach angegriffen haben. Dabei schlug der Täter die Begleitperson unter anderem ins Gesicht. Anschließend bedrohte der Täter die Begleitperson verbal, bevor er unbehelligt seinen Einkauf fortsetzte, als wäre nichts gewesen.
Aufgrund der inhaltlichen Bemerkungen bzw. Beleidigungen des Täters zum optischen Erscheinungsbild der Betroffenen ist von einem queerfeindlichen, rechten Angriff auf zwei links gelesene Personen auszugehen. Die anschließenden Bedrohungen und Einschüchterungsversuche verstärken diesen Eindruck. Die Betroffenen wandten sich mit vielen weiteren Details an die Öffentlichkeit – mittlerweile wurde ein Tatverdächtiger ermittelt.
Am 04.06.2026 muss sich Horst M. vor Gericht wegen Körperverletzung verantworten.
In der Vergangenheit fiel der Beschuldigte bereits mit einem Zusammenhang zur rechten Szene auf. So war Horst M. ein Geschäftsführer einer Eventlocation in Schleswig, bei der die AfD 2024 ihren sogenannten “Ball der Patrioten” ausrichten konnte. Aufgrund des Nutzungsvertrags mit der genannten AfD-Jugendorganisation, der Neonazi-Präsenz in und vor der Location und der fehlenden Bereitschaft, die AfD trotz antifaschistischem Protest auszuladen, wurde dies in antifaschistischen Kreisen als mutwillige Unterstützung für die extrem rechte Partei gewertet.
Im Kontext dieser Vorgeschichte als auch der verbalen und körperlichen Angriffe auf links gelesene Personen darf auch in diesem Prozess eine politische Tatmotivation nicht ausgeschlossen werden.
Wir rufen für Donnerstag zur solidarischen Prozessbeobachtung im Amtsgericht Schleswig auf:
Gerichtsverhandlung gegen Horst M. wegen Körperverletzung
04.06.2026 ab ca. 09:45 Uhr
Sitzungssaal B, 1 OG, Lollfuß 78, 24837 Schleswig
Niemand ist allein.
Solidarität mit allen Betroffenen rechter und queerfeindlicher Angriffe!





