Heterosexismus der Neuen Rechten am Beispiel der Rechtsrockband Frei.Wild

Frei.Wild wollen dieses Jahr erneut auf dem Baltic Open Air bei Schleswig auftreten. Sie werden oft im Zusammenhang von Nationalismus und Rassismus thematisiert. Weniger wird der Sexismus in ihren künstlerischen Darstellungen angeprangert.
Hierzu haben wir einen Beitrag verfasst, der Hetero-Sexismus in der Neuen Rechten am Beispiel von Frei.Wild beschreibt:

Heterosexismus der Neuen Rechten am Beispiel der Rechtsrockband Frei.Wild

Frei.Wild werden in erster Linie für ihren völkischen Heimatbegriff und gewalttätige Sprache kritisiert, mit der sie den „Soundtrack für PEGIDA“ liefern würden.[1] Ihr Sexismus wird dagegen seltener thematisiert. Diesbezüglich erhielt Frei.Wild hauptsächlich Aufmerksamkeit für die sexistischen Plakatmotive mit dem Erotikmodel Micaela Schäfer.[2,3]

Dieser Text wirft explizit einen feministischen Blick auf die Band Frei.Wild. Der hier dargestellten Kritik müssen sich in einer Gesellschaft, die in allen Bereichen von Sexismus durchdrungen ist, die meisten Bands der männlich dominierten Musikindustrie stellen. Dennoch ist es wichtig, auch einzelne Bands gezielt zu kritisieren, insbesondere, wenn sie über einen hohen Bekanntheitsgrad verfügen.

Wenn hier von Männern und Frauen geschrieben wird, sind durchgehend cis-geschlechtliche Menschen gemeint, Personen also, die sich mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei Geburt von anderen zugeordnet wurde. Diese Beschränkung auf das binäre Geschlechtersystem ergibt hier Sinn, da dies offensichtlich der Weltsicht der Band entspricht. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass Frei.Wild geschlechtliche Vielfalt anerkennt. Philipp Burger verwendet beispielsweise das Wort „Genderwahnsinn“, was diese Vermutung noch unterstreicht. Auch scheint keine Sensibilität in Bezug auf andere LGBTIQ+-Themen zu bestehen, denn es erscheint doch sehr zynisch, wenn Burger aufgrund der Sauberkeit Moskaus seine Bewunderung für die harte Hand des Gesetzes in Russland ausspricht, wenn doch dieselbe harte Hand eine Bedrohung für die LGBTIQ+-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersex, Queer, +) in Russland darstellt. Diverse Gesetzgebungen stellen sogenannte „Propagierung von Homosexualismus“ unter Strafe und erschweren die Arbeit von Organisationen massiv.[4] So ergibt sich eine starke Wechselwirkung der LGBTIQ+-feindlichen Handlungen und Ansichten von Staat, Religion und Bevölkerung, wodurch Personen der LGBTIQ+-Community ständig von Gewalt und Repression bedroht sind.

 

https://www.facebook.com/burgerphilipp/posts/2268046939911610

 

https://www.facebook.com/burgerphilipp/posts/2218348754881429

(Hetero-) Sexismus

Sexismus ist die Diskriminierung von Personen aufgrund ihrer (zugeschriebenen) geschlechtlichen Identität in einem Machtgefüge, in dem (cis) Männer privilegiert sind und von einer strukturellen Frauenfeindlichkeit profitieren. Heterosexismus ist eine Ausprägung von Sexismus. Heterosexistische Anschauungen gehen davon aus, dass erstens nur zwei (cis) Geschlechter – Mann und Frau – existieren würden und zweitens nur die heterosexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau „richtig“ und „normal“ sei.

Von (hetero-) sexistischen Anschauungen ist unsere gesamte Gesellschaft durchzogen und sie prägt unser aller Denken und Handeln. Daher ist es auch nicht erstaunlich, wenn sogar diskriminierte Personen Sexismus verinnerlicht haben und weitergeben.

Wenn also Micaela Schäfer sehr bereitwillig Werbung für Frei.Wild macht und es viele weibliche Fans der Band gibt, bedeutet dies keinesfalls, dass die Band damit nicht sexistisch auftritt.[5]

Patriotismus und Nationalismus gehen mit Sexismus einher

Während in der Politik gerne die Unterscheidung zwischen Patriotismus und Nationalismus gemacht wird, kommen Forschende zu dem Schluss, dass diese Grenze nicht klar zu ziehen ist und beides oft miteinander einhergeht.[6] Da Frei.Wild sich selbst gern als Patrioten bezeichnen, beschränke ich mich hier auf diesen Begriff, weise aber daraufhin, dass Nationalismus in solchen Zusammenhängen mitgedacht werden muss. Patriotismus – die Liebe zum “Vaterland” – ist ein von Grund auf androzentrisches Konzept, welches stets das Eigene und das Fremde bestimmt und Abwertungen innehat. Die Traditionen, Bräuche und Geschichten, die “stolze” Patriot*innen erhalten wollen, beruhen auf Jahrtausenden männlicher Dominanz. Und so sind es auch als männlich konstruierte Werte wie Stärke, Loyalität, Brüderlichkeit und Vernunft, die von Frei.Wild zelebriert werden.

Frei.Wilds Frauenbild[7]

Die Texte von Frei.Wild werden i.d.R. von Philipp Burger geschrieben. Er tritt in Interviews, Ansagen und Videos als das Sprachrohr der Band auf. Die hier geübte Kritik bezieht sich teilweise explizit auf Aussagen von Burger, richtet sich aber auch an den Rest der Band, das Management, Veranstalter und alle anderen, die hinter Burger und der Band stehen und so zu ihrem Erfolg beitragen.

Die Themen sind vielfältig, doch es gibt wiederkehrende Motive. Zu diesen gehört eine sexistische Darstellung von Frauen. In sämtlichen Liedern, aus denen eine weibliche Figur gelesen werden kann[8], steht die Beziehung zu einer männlichen Figur im Vordergrund.

Meistens sind die Frauen passiv: Ihr Aussehen wird bewertet, sie sind Objekte der Begierde und „schmutziger Gefühle“ (Ich bin nicht heilig) oder gar Opfer von Missbrauch und Vergewaltigung (Schrei auf schrei laut).

Der Sänger gibt zu, er habe in der Vergangenheit „An Mädchen keinen Respekt gelassen // Durfte sie dennoch fassen“ (Mein Leben, meine Geschichte, meine Lehre). In keiner Weise wird übergriffiges Verhalten verurteilt oder irgendeine Lehre gezogen. Stattdessen steckt in der Aussage noch eine Anschuldigung an die „Mädchen“, da diese sich seine Taten ja gefallen lassen hätten.

In einer vermeintlichen Machtposition befinden sich Frauen dann, wenn sie sich – der Begierde ihres männlichen Gegenübers bewusst – dieser verwehren. In Miss America kommt es gar zu körperlicher Gewalt seitens der Frau, doch erweist sich diese Begegnung mit einer „Lara Croft“ als Alptraum des Texters. Das eigentliche Problem liegt in der Übersexualisierung von Frauen und dem Ignorieren möglicher Grenzen im Umgang mit ihnen, doch das wird hier ebenfalls nicht reflektiert.

Neben Schönheit und Sex ist es die Fürsorge, die mit der Frau verknüpft wird. Sie sei ein „schützender Engel“ (Wie ein schützender Engel) und steht dem Protagonisten mit ihrer emotionalen Unterstützung bei.

Insgesamt zeichnet die Band mit ihren Texten ein stumpfes Bild von Frauen. Sie sind Huren oder Heilige, eine konservativ-christliche Dichotomie, die auch in Deutschland weit verbreitet ist. In erster Linie werden sie aber anhand ihrer Beziehungen zu Männern beschrieben und so auf eine emotional unterstützende und sexuell verfügbare Rolle reduziert.

Darstellung in Musikvideos

2011 Weil du mich nur verarscht hast Bewertung von Frauen aufgrund ihres Aussehens, Schadenfreude über die Situation einer Alleinerziehenden
2013 Wer weniger schläft, ist länger wach Reduzierung von Frauen auf Sexualität
2015

LUUA Rock’n

Frauen sprühen Grafitti
2015

Wie ein schützender Engel

Fürsorgliche Partnerin
2015

Lass dich gehen

Frau wird von Burger gerettet
2015 Hab keine Angst Frau wird kindlich dargestellt, Misshandlungen in Psychiatrie, befreit sich selbst
2016 Allein, ohne dich, bei mir Frau als Exfreundin
2017

Antiwillkommen

Frauen führen Fans von Frei.Wild an
2017

Rivalen und Rebellen

Frauen arbeiten im Hintergrund (Bühne aufbauen, Tourbus fahren)
2017

Herz schlägt Herz

Frau erhält durch Mann Selbstbewusstsein
2018

Und ich war wieder da

Frau verhindert ein gutes Leben
2018

Fick dich und verpiss dich

3 Frauen rächen sich an Mann, der sie früher schlecht behandelt hat
2018

Verbotene Liebe, verbotener Kuss

minimale Ansätze, Diversität und sexuelle Vielfalt darzustellen
2019

Geartete Künste hatten wir schon

Feminismus als Teil von “Gleichschaltung” in der Musikindustrie

Während in den Texten Frauen wenig oder nur in Beziehung zu einem Mann repräsentiert werden, tauchen sie in den Videos regelmäßig auf. Neben klischeehaften Darstellungen gibt es durchaus auch Szenen, in denen Frauen aktive Rollen einnehmen. Eine – zunächst allerdings sehr kindlich und hilflos dargestellte – Frau befreit sich selbst aus einer Psychiatrie[9], drei Frauen rächen sich gemeinsam an ihrem Mobber und weibliche Fans sprühen Grafitti oder ziehen mit anderen Fans durch die Stadt, um ihre Lieblingsband zu unterstützen.

Im zuletzt erschienenen Video zu „Geartete Künste hatten wir schon“ wird ein künstlicher Mainstream imaginiert, in dem die Musikindustrie gleichgeschaltet („im Gleichstrom der Medien“) sei. Die Band veröffentlichte zusammen mit dem Musikvideo ein Statement, in dem es heißt:

Was ist in und was ist out? Was gehypt und was gehasst? Wo liegen die Minenfelder? Wo die Katapulte nach oben? Politische vermeintlich nicht korrekte Aussagen? Brandgefährlich. Wen sollte man gut finden und wen auf keinen Fall? Wem tritt man auf die Füße und mit wem tanzt man lieber? Alles Dinge, die wir nicht verstanden und ehrlich gesagt auch heute nicht verstehen können. Dabei wäre es im Grunde so verdammt einfach: Jeder sagt was er fühlt, was er denkt und was er eben nicht denkt. Mit allen Konsequenzen, die dazugehören.“ [10]

Die Ansicht, dass politisch korrekte Sprache eine Form von Zensur sei, ist in der rechten Szene etabliert.[11] Auch hier wird in Text und Bild die Meinung vertreten, es gebe eine politische und kulturelle Elite, die darüber entscheidet, was gesagt werden dürfe und was nicht. Daraus ergebe sich eine schweigende Mehrheit, die angeblich unterdrückt werde. So hat die Band keinerlei Verständnis für Personen, die tagtäglich sexistischen, rassistischen und anderen diskriminierenden Äußerungen ausgesetzt sind. Stattdessen stellt sich Frei.Wild als die negativ Betroffenen hin und geht später im Statement sogar soweit, den Vergleich mit den Zuständen im Dritten Reich explizit zu machen:

Ob ihr es glaubt oder nicht. Aber die Geschichte wiederholt sich. Unsere Bilder und Bücher brannten noch nicht, aber die Art des Agierens gegen Musiker, die einem nicht passen, lassen keinen anderen Schluss zu als zu sagen, es ist ein verdammt gefährlichen Weg, auf dem gegangen wird. Ein Weg, der schlimmer nicht enden konnte.“

Frei.Wild stilisiert sich hier als tapferer Rebell, der im Namen der Freiheit („Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!!!“) gegen einen angeblich linken Mainstream – hier „geartete Künste“ genannt – kämpfen und keinerlei Kritik aushalten müsste.

Ein Mitglied einer solch „gearteten“ Band trägt ein Symbol des Frauenkampfes auf dem Shirt. Feminismus wird also nicht als Bewegung mit ernstzunehmenden politischen Forderungen gesehen, sondern als Accessoire, das dem konsumierenden Volk vorgesetzt werde. Echte Authentizität dagegen sei natürlich nur bei Frei.Wild und ihren Fans zu finden.

Insgesamt stellen die Videos ein unklareres Bild dar als die Songs und Aussagen der Band und insbesondere des Frontsängers Burger. Es ist zu vermuten, dass Burger nicht allein über die Videos entscheidet und das visuelle Medium sich anbietet, um das sogenannte „schöne Geschlecht“ stärker zu involvieren. Dabei wird sich fast ausschließlich auf die Darstellung weißer Frauen beschränkt, die gängige Schönheitsideale und Schlankheitsnormen erfüllen. Vor dem Hintergrund der männlichkeitszentrierten Texte, können die minimalen (!) Ansätze der Repräsentation von Vielfalt nicht als Gegengewicht zu Frei.Wilds generellem Sexismus betrachtet werden.

Fazit

Frei.Wild präsentiert eine Weltanschauung, in der die Zuordnung von Rollen und Eigenschaften anhand der Kategorien Mann und Frau geschieht. Männerbünde werden zelebriert, Frauen sind in erster Linie (Sexual-)Partnerinnen. Damit reproduziert Frei.Wild den (Hetero-) Sexismus, der tief in unsere Gesellschaft eingeschrieben ist und in der Neuen Rechten mit rückständigen Rollenbildern besonders aufblüht. Durch die Vorbildfunktion, die Frei.Wild zukommt, ist deren Darstellung in einer weltoffenen, toleranten und geschlechtergerechten Gesellschaft nicht hinnehmbar.

[1] https://www.spiegel.de/kultur/musik/interview-mit-der-skandal-rockband-frei-wild-a-1027269.html
[2] https://micaela-s.de/news/micaela-sch%C3%A4fer-freiwild-kampagne
[3] https://pinkstinks.de/das-problem/
[4] https://www.bpb.de/internationales/europa/russland/analysen/264904/analyse-lgbt-bewegung-und-homophobie-in-russland
[5] http://feminismus101.de/verinnerlichter-sexismus/
[6] https://www.sueddeutsche.de/wissen/liebe-zum-land-die-maer-vom-guten-patrioten-1.912131
[7] Siehe PDF im Anhang
[8] Davon abgesehen wird in sämtlichen Darstellungen nur das generische Maskulinum verwendet, statt gendergerechte, diskriminierungsfreie Sprachgestaltung zu respektieren.
[9] Randnotiz: Die klischeehafte Darstellung einer Psychiatrie wie aus einem Horrorfilm und die Sprache, die Philipp Burger verwendet, verstärken bereits vorhandene Stigmata um psychische Krankheiten und geistige Behinderungen.
[10] https://www.frei-wild.net/blog/2019/07/03/das-video-geartete-kuenste-hatten-wir-schon-577
[11] https://www.der-rechte-rand.de/archive/3824/political-correctness/

Für diese Analyse wurden die Texte der nachfolgenden Songs verwendet. Die Texte können auf der Webseite der Band gelesen werden. In der beigefügten PDF-Datei [Heterosexismus am Beispiel von Frei.Wild – Songtexte] wurden diese mit zusätzlichen Kommentaren versehen:

Nicht heilig (Rivalen und Rebellen, 2018)
Geartete Künste hatten wir schon (Rivalen und Rebellen, 2018)
Von der Wiege bis zur Bar (Rivalen und Rebellen, 2018)
Schrei auf schrei laut (Rivalen und Rebellen, 2018)
Miss America (Rivalen und Rebellen, LP Bonus, 2018)
Willig, sexy und perfekt (15 Jahre Deutschrock und Skandale, 2016)
Mein Leben, meine Geschichte, meine Lehre (Gegen alles, gegen nichts, 2008; 2009 und 2013 durch Rookie & Kings wiederveröffentlicht)
Weil Du mich nur verarscht hast (Gegengift 10 Jahre Jubiläumsedition, 2011)
Die Welt brennt (Gegengift 10 Jahre Jubiläumsedition, 2011)
Nehmen und nicht geben (Gegengift 10 Jahre Jubiläumsedition, 2011)
Frei.Wild´s Ländereien (Mitten ins Herz, 2006; 2009 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Schwarz und Weiss (Mitten ins Herz, 2006; 2009 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Wahr oder gelogen (Mensch oder Gott, 2004; 2010 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Südtirol (Wo die Sonne lacht, 2003; 2010 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Dein zweites Leben (Wo die Sonne lacht, 2003; 2010 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Aids (Wo die Sonne lacht, 2003; 2010 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Der aufrechte Weg ( Wo die Sonne lacht, 2003; 2010 durch Rookies& Kings wiederveröffentlicht.

„Keine Bühne für Nationalist*innen“ ruft aus diesen und vielen anderen Gründen, die in weiteren Texten nachgelesen werden können[wir berichteten: 1,2,3], zum Boykott der Band Frei.Wild und ihres Unterstützungsnetzwerkes auf. Aktuell bedeutet das konkret, das Baltic Open Air unter der Leitung von Daniel Spinler nicht weiter zu unterstützen, bei dem Frei.Wild am 24.08.2019 erneut als ein Headliner auftreten werden und für alle mit dem Festival in Beteiligung stehenden Verantwortlichen, sich den Boykott-Aufrufen gegen das rechtslastige Festival anzuschließen.

 

kbfn.noblogs.org/heterosexismus-bei-frei-wild

06-07.07.2019 Rechtsrockfestival in Themar mit Beteiligung aus Schleswig-Holstein

Vom 6-7.07.2019 fanden in Themar die sogenannten “Tage der nationalen Bewegung” der NPD mit Beteiligung aus Schleswig-Holstein statt.

Mit knapp 400 Personen am Freitag und ingesamt ca. 800-900 Personen ein deutlicher Abschwung im Vergleich zu 2017, wo dort ungehindert etwa 6000 Personen nahezu ungestört ihre Veranstaltung durchführen konnten.
Dafür kam es 2019 zu 45 Strafanzeigen, ein offener Haftbefehl wurde vollstreckt. Antifaschistische Gegenproteste mit teilweise bis zu 700 Teilnehmer*innen blieben ohne besondere Vorkommnisse.
Gegen die Bands “Sturmwehr” und “Beliebte Jungs” wurde am Freitag Abend ein Auftrittsverbot bis Sonntag verhängt. Dazu wurde wie beim “Schild und Schwert”-Festival in Ostritz im Juni der Alkoholaussschank größtenteils unterbunden.[1]
Das Alkoholverbot bezog sich ebenfalls auf die Gaststätte Klosterhof Veßra, wo Inhaber Tommy Frenck einige der frustrierten Gäste empfing.[2]
Die ursprünglich geplante Fortsetzung am Sonntag wurde vom Versammlungsleiter abgesagt.
Im Anschluss an das NPD-Festival wurde ein Gerichtsstreit um die Frage eröffnet, ab wann derartige Veranstaltungen noch als politische Versammlungen gewertet werden dürften, die unter besonderem verfassungsrechtlichen Schutz stehen.[3]

Der Rechtsrock-Experte Maximilian Kreter kritisiert, dass Behörden die Möglichkeit Rechtsrockkonzerte zu untersagen oftmals nicht in vollem Umfang ausschöpfen.
So genügten verbotene Lieder, Hitlergrüße und das Tragen verfassungsfeindlicher Symbole etwa dazu, Versammlungen aufzulösen. Doch dazu kommt es meist nicht.[4]

Geplant waren Auftritte von den Bands “Acciaio Vincente” (für “SPQR” eingesprungen), “Oidoxie”, “Germanium”, “Sturmwehr”, “Übermensch”, “Feindnah”, “Killuminati”, “Uwocaust” und “Unbeliebte Jungs”. Die schleswig-holsteinische Rechtsrock-Band “Blutlinie” aus Dithmarschen ist ebenfalls in Themar aufgetreten. Diese wurde zuletzt im Verfassungsschutzbericht SH für das Jahr 2018 erwähnt.[5]
So haben “Blutlinie” z.B. in sozialen Medien 2018 einen Spendenaufruf für Angehörige der Waffen-SS gestartet und diese gelobt. “Blutlinie” vermarktet ihre Musik über das Chemnitzer Neonazi-Label “PC-Records”, was deren Beteiligung an dem groß angekündigten Rechtsrock-Festival erklären dürfte.[6]
“PC-Records” gilt als eines der aktivsten Neonazi-Labels und sponsert Festivals und andere Veranstaltungen der extremen Rechten, z.B. das Kampfsportturnier “Tiwaz” oder die kürzlich durchgeführten “Tage der nationalen Bewegung” in Themar.[7]

Videos und Bilder der Veranstaltung verdeutlichen die ideologische Ausrichtung. Mit dem Auftritt der Band “Oidoxie” ist zudem eine Verbindung zwischen NPD und Combat 18, dem terroristischen Arm von “Blood & Honour”, erneut nicht von der Hand zu weisen.[8,9]

Mitglieder der Band “Oidoxie” spielten im Sommer 2018 völlig unbehelligt von jeglichen Behörden in Dahme (Ostholstein) ein angemeldetes Rechtsrockkonzert mit der Band “28 – Gehasst,Verdammt,Vergöttert”.[10]

[1] https://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/hildburghausen/themar-rechtsrock-festival-konzert100.html
[2] https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Polizei-beschlagnahmt-Bier-auf-Rechtsrock-Festival-in-Themar-id54821041.html
[3] https://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/hildburghausen/themar-rechtsrock-konzert-gegenprotest-justiz-100.html
[4] https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/rechtsrock-experte-politik-scheut-die-rechtliche-pruefung
[5] https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/aktive-neonazis-im-hohen-norden
[6] http://wachsam-in-chemnitz.de/rechte-strukturen-in-chemnitz/vertriebsszene/pc-records-backstreet-noise/
[7] https://exif-recherche.org/?p=6105
[8] https://www.youtube.com/watch?v=ypxkGrrB99I
[9] https://www.flickr.com/photos/97583384@N08/sets/72157667936982037/
[10] https://exif-recherche.org/?p=5177

24.06.2019 Infoflyer zum Baltic Open Air, Werner-Rennen und Rider´s Cafe Lübeck

Keine Bühne Für Nationalist*innen veröffentlichen heute einen kurzen Infoflyer zum Baltic Open Air in Busdorf, Werner-Rennen Hartenholm und der Rookies & Kings-Tour in Lübeck:

 

Passend hierzu dokumentieren einen Indymedia-Beitrag der “Konzertcrew Time to say goodbye” zum Baltic Open Air-Festival vom 20.06 : [1]

Baltic Open Air ins Geschichtsbuch statt auf den Acker! Daniel Spinler ist ein rechter Veranstalter!

Einigen ist Daniel Spinler von Zeiten des Jahrtausendwechsels noch bekannt aus Fleckeby, wo er mit irgendwelchen rechtsoffenen Dorfdeppen in der Kutsche am feiern gewesen ist. Mittlerweile hat Daniel Spinler ein beachtliches grau-braunes Deutschrock-Projekt und weitere Veranstaltungen auf die Beine gestellt.
Dazu zählen mehrere organisierte Festivals und andere politisch irrelevante Veranstaltungen (z.B. das Osterfeuer) im Raum Schleswig, allen voran aber sein umstrittenes Baltic Open Air.

Spätestens durch die Kritik der eingeladenen Bands zum Baltic Open Air 2015 (insb. mit Kevin Russel, Frei.Wild, Kärbholz, Loudstark) ist Spinler zu trauriger Bekanntheit gelangt.

Da in 2 Monaten das nächste Baltic Open Air bei Schleswig stattfinden soll, ist es Zeit, einen Blick auf sein Facebook-Profil (https://www.facebook.com/daniel.openair) zu werfen.

Unter dem Facebook-Account finden sich zunächst allerlei Seiten, die mit Veranstaltungen, Festivals und Konzerträumen zu tun haben.
Dazu allerdings auch mehrere Seiten, die verwerflich sind, jedenfalls wenn in Betracht gezogen wird, dass ein Festivalveranstalter auch politisch Verantwortung trägt, wenn er mit rechten Umtrieben sympathisiert.

Eine Auswahl:

1. Heinz-Christian Strache
Politiker der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichts (FPÖ) unter Sebastian Kurz

2. Sebastian Kurz
Ex-Bundeskanzler Österreichs, Österreichische Volkspartei (ÖVP)

3. Erik & Sons
Beliebtes Neonazi-Modelabel

Infos:
https://www.belltower.news/erik-and-sons-neonazis-stehen-auf-einheitskle…
https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/bekleidung-und-marken/erik-so…

4. Wotan Textil / Wikinger Versand
Neonazi-Modelabel
Der Wikinger Versand existiert schon seit über 20 Jahren. Betreiber Siegfried Birl ist früher JN-Vorsitzender in Bayern, sowie NPD-Mitglied gewesen.
Dementsprechend gestaltet sich auch das Design der angebotenen Ware. So finden sich auf der Webseite Aufdrucke wie “Gegen Nazis – siehst du ziemlich alt aus!”, “Mohrenkopf – 100% Politisch inkorrekt”, “Autobahn est. 1933” sowie Verweise zu anderen Neonazi-Seiten.
Unter Wotan Textil hat der Versand seine Webpräsenz bei Facebook aufgebaut, dazu noch den Online-Shop Funshirt GmbH. Sigfried Birl ist seit vielen Jahren ein maßgeblicher Vertreiber von Neonazimode und politischer Akteur der extremen Rechten.

Infos:
https://de.indymedia.org/2010/12/295577.shtml
https://wikiwegreloaded.wordpress.com/

5. Yakuza Premium Store
Bei Neonazis beliebtes Modelabel

Infos:
https://www.antifainfoblatt.de/artikel/„yakuza“-—-das-neue-„thor-steinar“
https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/bekleidung-und-marken/yakuza-…

6. Wahl der Wahrheit 2021
Bereits auf der Startseite findet sich das Titelbild von Björn Höcke, weiterhin “Reconquista Germania” und die Rechtsrockband “Kategorie C”. Die Seite fällt auch öfter durch Hasskommentare und Mordwünsche auf, z.B. im Fall Soros und mobilisiert für die Bundestagswahl 2021 die extreme Rechte.

7. Frank Hanebuth
Langjähriger Chef der Hells Angels Hannover und verurteiler Straftäter, gegen den derzeit ein weiteres Verfahren in Spanien läuft.

Infos:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/…

8. Dirty Pack MC Kappeln
Hells-Angels-Untergruppe

9. Dazu hat Spinler ein Dutzend Grauzonebands bei seinen Likes, wie “Kevin Russel”, “Haudegen”, “Kneipenterroristen”, “Goitzsche Front”, “Serum 114”, “Krawallbrüder”, “Hämatom”, “Kärbholz”, dazu natürlich die Rechtsrockband “Frei.Wild”. Diese hatte Daniel Spinler trotz immenser Kritik bereits 2015 und 2017 gebucht und hält als Geschäftsführer der Baltic Eventmanagement GmbH aus Fleckeby weiterhin unbeirrt an Frei.Wild und ihrem Label Rookies & Kings fest.

10. Bereits 2015 war Daniel Spinler mit den Seiten “AntiFa Watch – Beobachtung der pseudolinken Faschisten” / “Gegen Linksextremismus” negativ aufgefallen. Dies sind klare Neonazi-Seiten. Damit es nicht zu weite Kreise schlägt, wurde es kurzerhand entfernt. Ein politisches Umdenken hat es offenbar bislang nicht gegeben, anders lassen sich die Kontinuität der Facebook-Likes und die Booking-Linie nicht erklären.

Dennoch ist D. Spinler vorsichtig, gibt es doch einiges zu verlieren in der Gemeinde, deren Kassen er teilweise mit füllt.

Als kürzlich über Umwege die Kritik an Daniel Spinler herangelangt ist, versuchte er ein Vertuschungsmanöver und löschte kurzerhand einige Seiten, z.B die Seite von Sebastian Kurz und HC Strache, doch das Internet vergisst nicht.
Auch über Spinlers politische Vergangenheit ist noch nicht alles gesagt, doch dazu ein anderes Mal mehr.

Spinler wird bereits jetzt in Erklärungsnot geraten, sind das doch im Gesamtkontext ein paar “Zufälle” zuviel. Wer sich im Internet so positioniert, wird dabei als Festivalversanstalter kaum gut wegkommen.

Dies ist neben der aktuellen Bandauswahl ein Grund mehr, alle Kulturschaffenden, Sponsoren, Unterstützenden und Gäste nochmal eindrücklich dazu aufzufordern, dem Baltic Open Air ein für alle Mal den Rücken zu kehren und die Strukturen weder politisch noch finanziell zu stützen.

Mit dem diesjährigen Lineup, wo erneut z.B. die Rechtsrocker von Frei.Wild und ihre Label-Kollegen Unanstastbar aus der früheren Neonazi-Band “Kaiserjäger” spielen sollen, zeigt Spinler erneut, wie unverbesserlich er und sein braun gefärbtes Deutschrock-Festival einzuordnen sind.
Dabei kommt es zur Win-Win-Situation:
Das einzige Festival in Norddeutschland, welches Frei.Wild noch buchen möchte, trifft durch die unreflektierte Fan-Szene von Frei.Wild auf die kommerzielle Stabilisierung des Baltic Open Air, während Frei.Wild mit ihren eindeutig rechten Texten junge Menschen politisieren und für die Neue Rechte ködern können.
Dass die Ex-Punkband Zaunpfahl auf dem Lineup steht und gleichzeitig für die “G.O.N.D. – Größte Onkelz-Nacht Deutschlands” angekündigt ist, fällt da genauso wenig ins Gewicht, wie kleinere Onkelz-Coverbands, wie “Stainless Steel”, die D. Spinler angesichts seiner Facebook-Handlungen ebenfalls zu mögen scheint.

Im Raum Schleswig etabliert sich allmählich ein rechtsoffenes Deutschrockfestival unter politisch höchst fragwürdiger Veranstaltungsleitung, getragen von der Gemeinde, die finanziell von Spinlers Treiben profitiert. Damit muss endlich Schluss sein!

Mehrere Boykott-Aufrufe der letzten 10 Jahre sowie aktuelle Kampagnen und Demonstrationen gegen Frei.Wild, Nationalismus, Grauzone und Rechtsrock haben mit viel Engagement Kritik an der Durchführung des Baltic Open Air und diverser Frei.Wild-Auftritte geäußert.
Selbst Stimmen aus dem Landtag bezeichneten Frei.Wild im Frühjahr 2019 als PEGIDA für die Ohren.

Nun sind Bands, Sponsoren, Gäste und sonstige an der Durchführung des Baltic Open Air beteiligte Akteure gefragt, Flagge gegen rechts zu zeigen und keine Verträge mit Daniel Spinler, der Baltic Eventmanagement GmbH bzw. dem Baltic Open Air Festival einzugehen bzw. diese umgehend zu kündigen.

Vom 22-24.08.2019 soll das rechtslastige Baltic Open Air in Busdorf bei Schleswig unter Daniel Spinlers Leitung durchgeführt werden.

Vernetzt euch, organisiert euch, seid kreativ! – Baltic Open Air nicht mehr (schweigend) zulassen!

Nazis aus der Deckung holen!

Infos zu vergangenen Protesten in Schleswig-Holstein gegen Frei.Wild-Auftritte auf dem Baltic Open Air und anderswo in den letzten Jahren:

2012 https://de.indymedia.org/2012/01/323635.shtml
2015 http://agantifaschleswig.blogsport.de/2015/07/
2016 https://kbfn.noblogs.org/09-04-2016-frei-wild-in-kiel/
2016 https://www.antifa-kiel.org/2016/04/04/freiwild-konzert-in-kiel-und-gegenaktionen/
2017 http://antifaflensburg.blogsport.de/2017/08/22/offener-brief-an-baltic-open-air-unterstuetzer/
2018 https://www.antifa-kiel.org/events/kiel-demo-kein-parkplatz-fuer-nationalismus-kein-bock-auf-freiwild/
2019 http://antifaflensburg.blogsport.de/2019/01/23/keine-buehne-fuer-nationalismus-frei-wild-konzert-im-roxy-verhindern/
2019 https://www.facebook.com/AntifaDithmarschen/posts/1505403292923490
2019 http://diversity.zone/nie-wieder-deutschrock/
2019 https://kbfn.noblogs.org/demo-klare-kante-gegen-rechtsruck-nationalismus-und-frei-wild/

Screenshots-Auswahl zu 1. bis 10. wurde hier hinzugefügt und als PDF-Sammeldokument angefügt.

Vielen Dank für den kleinen Einblick!

– Konzertcrew Time to say goodbye –

Bilder:

Daniel Spinler Screenshots Facebook Mai-Juni 19.pdf

Weitere Informationen:
[1] https://de.indymedia.org/node/34045

21-23.6.19 Rechtsrock-Festival in Ostritz ohne Kampfsportturnier

Das für dieses Wochenende geplante Rechtsrock-Event „Schild und Schwert-Festival” (SuS) in Sachsen muss ohne Kampfsportturnier auskommen, da sich zu wenige angemeldet haben. So bleibt ein Rechtsrock-Festival, getarnt als politische Veranstaltung.[1]

Dort treten unter anderem Kategorie C auf, die nach 2 Jahrzehnten Bandgeschichte ihren Abschied verkündet hatten und Griffin, der als Solomusiker z.B. am 09.03.2019 in der Neonazi-Kneipe “Titanic” in Neumünster unter Antifa-Protest aufgetreten ist.[2]

Erst am 08.06.2019 fand in Zwickau das „Tiwaz – Kampf der freien Männer”-Turnier statt. Gewillte Personen, die sich für den politischen Straßenkampf am sog. Tag X rüsten und sich auf Neonazi-Festivals zur Schau stellen, dürften also zahlreich existieren.[3]
Insbesondere daher ist der Wegfall des “Kampf der Nibelungen” für Thorsten Heise, der seinen Geburtstag bei diesem Anlass feiern will, als Misserfolg zu werten.[4]

Mehr Informationen:

[1] https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/neonazi-event-ohne-kampfsport
[2] http://eisberge.blogsport.eu/?p=531
[3] https://runtervondermatte.noblogs.org/unter-dem-deckmantel-eines-sport-und-bildungsvereins-gedanken-zur-kuerzlich-durchgefuehrten-neonazi-kampfsportveranstaltung-tiwaz-zu-den-strategien-rechter-k/
[4] https://kbfn.noblogs.org/ostritz-06-19/

21-23. Juni 2019 Ostritz – Erneut Rechtsrock/Blood&Honour-Festival geplant

12.07.19 Kiel – Keine Bühne Für Nationalismus! Liedermacher/Kleinkunst-Fest

Keine Bühne Für Nationalismus! Liedermacher/Kleinkunst-Fest

Am 12 Juli veranstalten wir ein Liedermacher- und Kleinkunstfest in Kooperation mit der Pumpe Kiel. Mit Kulturschaffenden aus Schleswig-Holstein, Bremen und Thüringen wird an diesem Abend über Ländergrenzen hinweg gefeiert:

Die Raumverbraucher
Liedermacher, Schleswig

Die Raumverbraucher – das Künstlerkollektiv aus Schleswig. Mit Bodo dem Szene-Liedermacher, Nils von Klampfattacke, unterstützt durch Lord Rainer mit Cajon Beat und Poldi mit Bass kommen Kulturfreunde garantiert auf ihre Kosten.

VoKa
Liedermacher, Gotha

VoKa. Liedermaching mit Herz, Faust und Verstand.

Maximilian Scheer
Liedermacher, Bremen

„Es muss ja zuende gehen, Hauptsache die Zeit war schön!“ Dieses Zitat aus dem Song „Flammen“ beschreibt den Stil seiner Songs mit wenigen Worten. Die meisten Songs machen einem bewusst, wie endlich und schlecht oder doch hoffnungsvoll und gut die Welt und die Menschen sein können. Hierbei wird auch nicht vor klarer Kritik an der Gesellschaft und ihrer Entwicklung zurückgeschreckt. „Das wird man jawohl noch sagen dürfen“ ist mehr eine Wutendladung ob des aufkeimenden Fremdenhasses in unserer Gesellschaft als einfach nur ein „krasser“ Song. Diese direkte Art schmeckt sicherlich nicht jedem, soll sie aber auch nicht. Scheers Überzeugung nach ist Musik erst dann wirklich gut, wenn sie etwas mit einem selbst macht – und das ist sein Ziel für das Publikum. Die Songs liegen dabei immer im Wechselspiel von Gefühl und Kraft. Nichtsdestotrotz darf man seine Musik auch gerne einfach „schön“ finden – ohne sich damit auseinanderzusetzen. Nach über 10 Jahren als aktiver Frontmann der Diepholzer Band „Omas Ganzer Stolz“ hat er nun Anfang des Jahres 2019 den Gang in das Studio gewagt. Hintergrund dessen ist der Plan, die Musik „ernsthaft“ zu betreiben und den Beziehungsstatus von „es ist kompliziert“ auf „in einer Beziehung“ zu ändern. Der Wandel vom PopPunker zum Songwriter hat sich hier einfach so ergeben, da er über die Jahre mehr als 30 Songs in diesem Bereich angesammelt habe.

Zeitbombe Armut
Akustik/Liedermacher, Segeberg

Seit 2010 begeistern Zeitbombe Armut die Szenen dieser Welt mit sozial- und gesellschaftskritische Themen. Zeitbombe Armut sind Bestandteil der Rotzfrechen Asphaltkultur. Klangvolle Rhytmen vereinen sich mit politischen Texten zu feinstem revolutionären Akustikpunk aus Bad Segeberg.

+ Aftershowparty mit DJ Tofuwabohu aus Hamburg

+ Infostand von WenzVinyl
Der einzige Ort im Raum Schleswig, wo es coole Platten (-Kunst) gibt!

Einlass 19:30 Uhr
Beginn 20:00 Uhr
Eintritt: 8-10 € (Was es dir wert ist!)

Die Pumpe, Haßstraße 22, 24103 Kiel

Web: kbfn.noblogs.org/12-7-KBFN-Kleinkunst-bkttboa
Facebook: https://www.facebook.com/events/473275666746681/

Dieser Abend steht im Rahmen der KBFN-Kampagne „Keine Bühne Für Nationalismus” gegen rechtslastige Auftritte und Festivals in Schleswig-Holstein diesen Sommer z.B. auf dem Baltic Open Air in Busdorf (SL) oder dem Werner Rennen auf dem Flugplatz Hartenholm.

Für die Ermöglichung eines diskriminierungsfreien Schutzraumes und der Auslebung kultureller Vielfalt weisen wir auf folgenden Veranstaltungshinweis für unser Kulturangebot hin:

Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind gemäß § 6 Absatz 1 des Versammlungsgesetzes Personen, die extrem rechten Parteien, der “Neuen Rechten” oder sonstigen extrem rechten Vereinigungen angehören, der “rechten Szene” zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende, neonazistische Äußerungen oder Handlungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Beachtet bitte auch die Einlasskriterien der Veranstaltungslocation:

7.5.19 Kiel CAU – Filmvorführung und Diskussion: „Blut muss fliessen – Undercover unter Nazis”

Die Zahl der Rechtsrockkonzerte hat in Schleswig-Holstein und bundesweit zugenommen. Was im Rahmen dieser Konzerte immer wieder passiert, bleibt den meisten Menschen verborgen. Ein Film ist seit Jahren im Gespräch: Blut muss fliessen – undercover unter Nazis. Hier wurde dokumentiert, wie mit Rechtsrock junge Menschen geködert und politisch vereinnahmt werden, gleichzeitig offenbart sich ein internationales Szene-Netzwerk bei dem Straftaten auf Konzerten an der Tagesordnung sind. Vor kurzem fand in Neumünster ein Rechtsrock-Konzert in der Titanic statt, bei dem Neonazis ungehindert ihre Ideale feiern konnten. Weitere Events sind angekündigt.[1]
 
Gezeigt wird daher am Dienstag Abend der Film: „Blut muss fließen“ – Undercover unter Nazis in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
 
Aus dem Ankündigungstext:
 
“Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Neonazis toben, die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Als der Journalist Thomas Kuban zum ersten Mal ein Neonazi-Konzert mit versteckter Kamera dreht, ermöglicht er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender wagt. Neun Jahre später hat er fünfzig Undercover-Drehs hinter sich, auch jenseits deutscher Grenzen. Ein Lied begegnet ihm immer wieder: „Blut muss fließen knüppelhageldick…“. Hochbrisant und einzigartig ist das Material, das er unter extremen persönlichem Risiko zusammengetragen hat. Es dokumentiert hautnah, wie junge Leute mit Rechtsrock geködert und radikalisiert werden. Gemeinsam mit dem Filmemacher Peter Ohlendorf reist er noch einmal zurück an Orte, an denen er undercover gedreht hat. Im Fokus steht dabei die Frage, die er auch auf der politischen Ebene zu klären versucht: Wie ist es möglich, dass auf der rechtsextremen Partymeile über alle Grenzen hinweg gefeiert werden kann?”
 
Im Anschluss ist eine Diskussionsrunde mit dem Regisseur Peter Ohlendorf (Filmfaktum) geplant.[2]
Dabei wird es um einen Zukunftsausblick zum Umgang mit diesen Rechtsrock-Konzerten gehen. Die Debatte um Auftritte von rechtspopulistischen Bands wie Frei.Wild und Böhse Onkelz im Sommer 2019, die immer wieder in der Kritik stehen, Neonazis auf ihren Konzerten zu dulden und Themen der extremen Rechten gesellschaftsfähig zu machen, wird ebenfalls thematisiert.
 
Ort: Christian-Albrechts-Universität Kiel / CAP 3, Hörsaal 3
Datum: 07.05.2019
Einlass 19:00 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr
 

Mit freundlicher Unterstützung von Blut muss fließen – Undercover unter Nazis, Filmriss das Unikino – Uni Kiel und dem AStA Uni Kiel.

Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind gemäß § 6 Absatz 1 des Versammlungsgesetzes Personen, die extrem rechten Parteien, den „Freien Kameradschaften“, der “Neuen Rechten” oder sonstigen extrem rechten Vereinigungen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende, neonazistische Äußerungen oder Handlungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

20.04.2019 19:30 Uhr Flensburg Kulturcafé Tableau – Keine Party für Nationalismus!

Am 20.04.2019 laden wir herzlich zu einem vielfältigen Konzertabend im Flensburger Tableau Kulturcafé unter dem Motto Keine Party für Nationalismus! ein.

Zunächst findet in Flensburg um 13.00 Uhr die Kundgebung  „Wir sagen Tschüss!” gegen die Versammlung von Frei.Wild und im Anschluss in Pahlen um 17.30 Uhr die Demonstration „Klare Kante gegen Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild!” vor der Ausweichlocation für Frei.Wild neben der Eiderlandhalle statt.

Danach könnt ihr euch ab 19:30 Uhr auf folgende Acts in Flensburg freuen:

Liveacts:

Mariybu
Feministischer Rap (Hamburg)

Momen Shaweesh
Syrischer Oud-Spieler (Kiel)

Tom Klose
Singer-Songwriter (Hamburg)

Finna
Feministischer Rap (Hamburg)

Wunstra
Waschbaer-Rap (Berlin)

The Haermorrhoids
Punk (Hamburg) Album-Release!

Einlass ab 18.00 Uhr.
Beginn 19.30 Uhr.

Infos hier:
https://www.facebook.com/events/715591142188720/

4 kleine Italiener – Frei.Wild-Parodie

Kreative Köpfe haben eine Parodie zu Frei.Wild bei Youtube hochgeladen.

Flens Burger  – 4 kleine Italiener (Frei.Wild Parodie)

Hier das Video

Youtube-Link: https://www.youtube.com/watch?v=_uQkRf45fuo

20.4.19 13:00 Uhr Flensburg, Exe “Wir sagen Tschüss!” – Kundgebung gegen Frei.Wild-Versammlung

Unter dem Motto „Wir sagen Tschüss!” ruft das Bündnis Kein Hafen für Nationalismus / Diversity Zone zu einer Kundgebung an der Exe Flensburg auf:


Die rechtspopulistische Band Frei.Wild hat für den 20. April von 13-14.30 Uhr eine Kundgebung auf der Exe in Flensburg angemeldet und ihren Fans eine Veranstaltung der besonderen Art versprochen. Im Anschluss wird das Publikum ab 16 Uhr mit Bussen zum Ausweichkonzert in Pahlen transportiert. Es werden viele Fans erwartet und die Band macht keinen Hehl daraus, dass diese Veranstaltung als Vergeltungsschlag für das abgesagte Konzert zu verstehen ist.

Frei.Wild ignoriert die geschichtliche Verantwortung Flensburgs und die Bedenken bezüglich des gewählten Veranstaltungsdatums. Selbst wenn das Datum zufällig gewählt sein sollte, erscheint es zynisch, dass ausgerechnet am 130. Geburtstag Hitlers ein Treffen in Flensburg stattfinden soll, das auch ein rechtsextremes Publikum anspricht. Denn allein die Tatsache, dass die Band immer wieder ihr Publikum dazu anweist, bei den Konzerten auf verbotene Symbole und Parolen zu verzichten, spricht für sich: Die Inhalte der Band sind auch für extreme Rechte anschlussfähig, diesbezügliche Äußerungen und Handlungen sollen aber vermieden werden, um den Schein in der medialen Außenwirkung zu wahren.

Völkisches Gedankengut ist keine arglose Kunst und Nationalismus keine harmlose Meinung. Die von Frei.Wild propagierte Ideologie trägt aktiv zu Verstärkung von Vorurteilen und Feindbildern und einer weiteren Polarisierung der Gesellschaft bei. Bei unseren bisherigen Gesprächen mit den Fans ist sehr deutlich geworden, dass Frei.Wild mit ihrer Botschaft gerade bei jungen Menschen mit weniger politischem und geschichtlichem Hintergrundwissen aktiv zur Meinungs- und Identitätsbildung beiträgt und dabei vorhandene Ressentiments legitimiert und verstärkt.

Am 20. April beginnt um 11 Uhr am Nordertor mit dem jährlichen Ostermarsch eine der wichtigsten Veranstaltungen in Flensburg für Frieden und wertschätzendes Miteinander. Der Demonstrationszug endet am Deserteursdenkmal. Beteiligt euch am Ostermarsch! Im Anschluss geht es zur Exe. Wir haben eine Kundgebung angemeldet, um gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt in Flensburg zu setzen! Bringt eure Freund*innen und Familie sowie Gesangslaune mit!

Wir sagen Tschüss! Kein Forum für Nationalismus! Nicht am 20. April, nicht in Flensburg, nicht in Zukunft und nicht anderswo!

Aktuelle Informationen:
https://www.facebook.com/events/347067639267059/

Rechtsterroristische Allianzen: Erneut Rechtsrock-Veranstaltungen in Ostritz und Mücka (Sachsen)

Wir dokumentieren einen Beitrag von EXIF – Recherche & Analyse: