12.07.19 Kiel – Keine Bühne Für Nationalismus! Liedermacher/Kleinkunst-Fest

Keine Bühne Für Nationalismus! Liedermacher/Kleinkunst-Fest

Am 12 Juli veranstalten wir ein Liedermacher- und Kleinkunstfest in Kooperation mit der Pumpe Kiel. Mit Kulturschaffenden aus Schleswig-Holstein, Bremen und Thüringen wird an diesem Abend über Ländergrenzen hinweg gefeiert:

Die Raumverbraucher
Liedermacher, Schleswig

Die Raumverbraucher – das Künstlerkollektiv aus Schleswig. Mit Bodo dem Szene-Liedermacher, Nils von Klampfattacke, unterstützt durch Lord Rainer mit Cajon Beat und Poldi mit Bass kommen Kulturfreunde garantiert auf ihre Kosten.

VoKa
Liedermacher, Gotha

VoKa. Liedermaching mit Herz, Faust und Verstand.

Maximilian Scheer
Liedermacher, Bremen

„Es muss ja zuende gehen, Hauptsache die Zeit war schön!“ Dieses Zitat aus dem Song „Flammen“ beschreibt den Stil seiner Songs mit wenigen Worten. Die meisten Songs machen einem bewusst, wie endlich und schlecht oder doch hoffnungsvoll und gut die Welt und die Menschen sein können. Hierbei wird auch nicht vor klarer Kritik an der Gesellschaft und ihrer Entwicklung zurückgeschreckt. „Das wird man jawohl noch sagen dürfen“ ist mehr eine Wutendladung ob des aufkeimenden Fremdenhasses in unserer Gesellschaft als einfach nur ein „krasser“ Song. Diese direkte Art schmeckt sicherlich nicht jedem, soll sie aber auch nicht. Scheers Überzeugung nach ist Musik erst dann wirklich gut, wenn sie etwas mit einem selbst macht – und das ist sein Ziel für das Publikum. Die Songs liegen dabei immer im Wechselspiel von Gefühl und Kraft. Nichtsdestotrotz darf man seine Musik auch gerne einfach „schön“ finden – ohne sich damit auseinanderzusetzen. Nach über 10 Jahren als aktiver Frontmann der Diepholzer Band „Omas Ganzer Stolz“ hat er nun Anfang des Jahres 2019 den Gang in das Studio gewagt. Hintergrund dessen ist der Plan, die Musik „ernsthaft“ zu betreiben und den Beziehungsstatus von „es ist kompliziert“ auf „in einer Beziehung“ zu ändern. Der Wandel vom PopPunker zum Songwriter hat sich hier einfach so ergeben, da er über die Jahre mehr als 30 Songs in diesem Bereich angesammelt habe.

Zeitbombe Armut
Akustik/Liedermacher, Segeberg

Seit 2010 begeistern Zeitbombe Armut die Szenen dieser Welt mit sozial- und gesellschaftskritische Themen. Zeitbombe Armut sind Bestandteil der Rotzfrechen Asphaltkultur. Klangvolle Rhytmen vereinen sich mit politischen Texten zu feinstem revolutionären Akustikpunk aus Bad Segeberg.

+ Infostand von WenzVinyl

Der einzige Ort im Raum Schleswig, wo es coole Platten (-Kunst) gibt!

Einlass 19:30 Uhr
Beginn 20:00 Uhr
Eintritt: 8-10 € (Was es dir wert ist!)

Die Pumpe, Haßstraße 22, 24103 Kiel

Web: kbfn.noblogs.org/12-7-KBFN-Kleinkunst-bkttboa
Facebook: https://www.facebook.com/events/473275666746681/

Dieser Abend steht im Rahmen der KBFN-Kampagne „Keine Bühne Für Nationalismus” gegen rechtslastige Auftritte und Festivals in Schleswig-Holstein diesen Sommer z.B. auf dem Baltic Open Air in Busdorf (SL) oder dem Werner Rennen auf dem Flugplatz Hartenholm.

Für die Ermöglichung eines diskriminierungsfreien Schutzraumes und der Auslebung kultureller Vielfalt weisen wir auf folgenden Veranstaltungshinweis für unser Kulturangebot hin:

Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind gemäß § 6 Absatz 1 des Versammlungsgesetzes Personen, die extrem rechten Parteien, der “Neuen Rechten” oder sonstigen extrem rechten Vereinigungen angehören, der “rechten Szene” zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende, neonazistische Äußerungen oder Handlungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Beachtet bitte auch die Einlasskriterien der Veranstaltungslocation:

7.5.19 Kiel CAU – Filmvorführung und Diskussion: „Blut muss fliessen – Undercover unter Nazis”

Die Zahl der Rechtsrockkonzerte hat in Schleswig-Holstein und bundesweit zugenommen. Was im Rahmen dieser Konzerte immer wieder passiert, bleibt den meisten Menschen verborgen. Ein Film ist seit Jahren im Gespräch: Blut muss fliessen – undercover unter Nazis. Hier wurde dokumentiert, wie mit Rechtsrock junge Menschen geködert und politisch vereinnahmt werden, gleichzeitig offenbart sich ein internationales Szene-Netzwerk bei dem Straftaten auf Konzerten an der Tagesordnung sind. Vor kurzem fand in Neumünster ein Rechtsrock-Konzert in der Titanic statt, bei dem Neonazis ungehindert ihre Ideale feiern konnten. Weitere Events sind angekündigt.[1]
 
Gezeigt wird daher am Dienstag Abend der Film: „Blut muss fließen“ – Undercover unter Nazis in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
 
Aus dem Ankündigungstext:
 
“Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Neonazis toben, die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Als der Journalist Thomas Kuban zum ersten Mal ein Neonazi-Konzert mit versteckter Kamera dreht, ermöglicht er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender wagt. Neun Jahre später hat er fünfzig Undercover-Drehs hinter sich, auch jenseits deutscher Grenzen. Ein Lied begegnet ihm immer wieder: „Blut muss fließen knüppelhageldick…“. Hochbrisant und einzigartig ist das Material, das er unter extremen persönlichem Risiko zusammengetragen hat. Es dokumentiert hautnah, wie junge Leute mit Rechtsrock geködert und radikalisiert werden. Gemeinsam mit dem Filmemacher Peter Ohlendorf reist er noch einmal zurück an Orte, an denen er undercover gedreht hat. Im Fokus steht dabei die Frage, die er auch auf der politischen Ebene zu klären versucht: Wie ist es möglich, dass auf der rechtsextremen Partymeile über alle Grenzen hinweg gefeiert werden kann?”
 
Im Anschluss ist eine Diskussionsrunde mit dem Regisseur Peter Ohlendorf (Filmfaktum) geplant.[2]
Dabei wird es um einen Zukunftsausblick zum Umgang mit diesen Rechtsrock-Konzerten gehen. Die Debatte um Auftritte von rechtspopulistischen Bands wie Frei.Wild und Böhse Onkelz im Sommer 2019, die immer wieder in der Kritik stehen, Neonazis auf ihren Konzerten zu dulden und Themen der extremen Rechten gesellschaftsfähig zu machen, wird ebenfalls thematisiert.
 
Ort: Christian-Albrechts-Universität Kiel / CAP 3, Hörsaal 3
Datum: 07.05.2019
Einlass 19:00 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr
 

Mit freundlicher Unterstützung von Blut muss fließen – Undercover unter Nazis, Filmriss das Unikino – Uni Kiel und dem AStA Uni Kiel.

Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind gemäß § 6 Absatz 1 des Versammlungsgesetzes Personen, die extrem rechten Parteien, den „Freien Kameradschaften“, der “Neuen Rechten” oder sonstigen extrem rechten Vereinigungen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende, neonazistische Äußerungen oder Handlungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

20.04.2019 19:30 Uhr Flensburg Kulturcafé Tableau – Keine Party für Nationalismus!

Am 20.04.2019 laden wir herzlich zu einem vielfältigen Konzertabend im Flensburger Tableau Kulturcafé unter dem Motto Keine Party für Nationalismus! ein.

Zunächst findet in Flensburg um 13.00 Uhr die Kundgebung  „Wir sagen Tschüss!” gegen die Versammlung von Frei.Wild und im Anschluss in Pahlen um 17.30 Uhr die Demonstration „Klare Kante gegen Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild!” vor der Ausweichlocation für Frei.Wild neben der Eiderlandhalle statt.

Danach könnt ihr euch ab 19:30 Uhr auf folgende Acts in Flensburg freuen:

Liveacts:

Mariybu
Feministischer Rap (Hamburg)

Momen Shaweesh
Syrischer Oud-Spieler (Kiel)

Tom Klose
Singer-Songwriter (Hamburg)

Finna
Feministischer Rap (Hamburg)

Wunstra
Waschbaer-Rap (Berlin)

The Haermorrhoids
Punk (Hamburg) Album-Release!

Einlass ab 18.00 Uhr.
Beginn 19.30 Uhr.

Infos hier:
https://www.facebook.com/events/715591142188720/

4 kleine Italiener – Frei.Wild-Parodie

Kreative Köpfe haben eine Parodie zu Frei.Wild bei Youtube hochgeladen.

Flens Burger  – 4 kleine Italiener (Frei.Wild Parodie)

Hier das Video

Youtube-Link: https://www.youtube.com/watch?v=_uQkRf45fuo

20.4.19 13:00 Uhr Flensburg, Exe “Wir sagen Tschüss!” – Kundgebung gegen Frei.Wild-Versammlung

Unter dem Motto „Wir sagen Tschüss!” ruft das Bündnis Kein Hafen für Nationalismus / Diversity Zone zu einer Kundgebung an der Exe Flensburg auf:


Die rechtspopulistische Band Frei.Wild hat für den 20. April von 13-14.30 Uhr eine Kundgebung auf der Exe in Flensburg angemeldet und ihren Fans eine Veranstaltung der besonderen Art versprochen. Im Anschluss wird das Publikum ab 16 Uhr mit Bussen zum Ausweichkonzert in Pahlen transportiert. Es werden viele Fans erwartet und die Band macht keinen Hehl daraus, dass diese Veranstaltung als Vergeltungsschlag für das abgesagte Konzert zu verstehen ist.

Frei.Wild ignoriert die geschichtliche Verantwortung Flensburgs und die Bedenken bezüglich des gewählten Veranstaltungsdatums. Selbst wenn das Datum zufällig gewählt sein sollte, erscheint es zynisch, dass ausgerechnet am 130. Geburtstag Hitlers ein Treffen in Flensburg stattfinden soll, das auch ein rechtsextremes Publikum anspricht. Denn allein die Tatsache, dass die Band immer wieder ihr Publikum dazu anweist, bei den Konzerten auf verbotene Symbole und Parolen zu verzichten, spricht für sich: Die Inhalte der Band sind auch für extreme Rechte anschlussfähig, diesbezügliche Äußerungen und Handlungen sollen aber vermieden werden, um den Schein in der medialen Außenwirkung zu wahren.

Völkisches Gedankengut ist keine arglose Kunst und Nationalismus keine harmlose Meinung. Die von Frei.Wild propagierte Ideologie trägt aktiv zu Verstärkung von Vorurteilen und Feindbildern und einer weiteren Polarisierung der Gesellschaft bei. Bei unseren bisherigen Gesprächen mit den Fans ist sehr deutlich geworden, dass Frei.Wild mit ihrer Botschaft gerade bei jungen Menschen mit weniger politischem und geschichtlichem Hintergrundwissen aktiv zur Meinungs- und Identitätsbildung beiträgt und dabei vorhandene Ressentiments legitimiert und verstärkt.

Am 20. April beginnt um 11 Uhr am Nordertor mit dem jährlichen Ostermarsch eine der wichtigsten Veranstaltungen in Flensburg für Frieden und wertschätzendes Miteinander. Der Demonstrationszug endet am Deserteursdenkmal. Beteiligt euch am Ostermarsch! Im Anschluss geht es zur Exe. Wir haben eine Kundgebung angemeldet, um gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt in Flensburg zu setzen! Bringt eure Freund*innen und Familie sowie Gesangslaune mit!

Wir sagen Tschüss! Kein Forum für Nationalismus! Nicht am 20. April, nicht in Flensburg, nicht in Zukunft und nicht anderswo!

Aktuelle Informationen:
https://www.facebook.com/events/347067639267059/

Rechtsterroristische Allianzen: Erneut Rechtsrock-Veranstaltungen in Ostritz und Mücka (Sachsen)

Wir dokumentieren einen Beitrag von EXIF – Recherche & Analyse:

Demonstration „Klare Kante gegen Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild!“ – Jetzt Aufruf mitunterzeichnen!

Entgegen der geplanten Tour-Auftritte der Band Frei.Wild in Schleswig-Holstein werden sie nun einzig und allein in der Eiderlandhalle in Pahlen auftreten, dafür am 18.04 sowie am 20.04.

Am 18.04 von 19-21 Uhr soll daher vor Ort vielfältig und ausdrucksreich gegen Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild demonstriert werden.

Unterzeichnet mit uns und vielen anderen den Aufruf zur Demonstration „Klare Kante gegen Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild!” und beteiligt euch an der Demonstration!

Schreibt uns dafür bitte eine kurze Nachricht (kbfn[at]riseup.net) mit der Info, als welche Organisation, Iniative etc. ihr mitunterzeichnet und wahlweise einen Link zu eurer Seite.

Die Unterstützenden werden dann demnächst unter dem Aufruf aufgeführt und fortlaufend aktualisiert:

Aufruf zur Demonstration „Klare Kante gegen Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild!”

18.04.2019 19.00 Uhr Pahlen: Demonstration „Klare Kante gegen Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild!

Am 18.04.2019 und am 20.04.2019 will die rechtspopulistische Deutschrock-Band Frei.Wild in der Eiderlandhalle Pahlen (Dithmarschen) auftreten.

Frei.Wild stehen seit langer Zeit in der Kritik, mit ihren umstrittenen Texten und Aussagen rechtspopulistische Debatten zu befeuern. Zudem wird die geschichtliche Vergangenheit hierzulande von der Südtiroler Band kommerziell genutzt, um Themen der Neonazis gesellschaftsfähig zu machen und die moralisch-ethischen und politischen Grenzen der Zuhörer*innen zu ihren Gunsten aufzuweichen.

Hervorgegangen sind Frei.Wild 2001 aus der Südtiroler Neonazi-Band Kaiserjäger, nachdem es aufgrund einer Schlägerei zwischen verschiedenen Neonazi-Skinhead-Gruppierungen auf einem Blood & Honour- Konzert in Südtirol zur Auflösung kam. Danach gründete Philipp Burger die Deutschrock-Band Frei.Wild. Sein ehemaliger Bandkollege von Kaiserjäger kam in der Grauzonen-Formation Unantastbar unter, mittlerweile im hauseigenen Label “Rookies & Kings”.

Frei.Wild sind mittlerweile zum Sprachrohr der Südtiroler Partei “Die Freiheitlichen” geworden. Zahlreiche Forderungen der Rechtsaußen-Partei, deren Mitglied Burger 2008 kurzzeitig gewesen ist, finden sich heute inhaltlich in den Texten der Band wieder. So steht die Partei „Die Freiheitlichen“ u.a. für eine „Stärkung des Tiroler Volksbewusstseins“, eine Anbindung Südtirols an den „deutschen Sprach- und Kulturraum“ und gegen “Zuwanderung und Multikulturalismus” ein.

Selbst zur Huldigung der rechten Terrorgruppe BAS (Befreiungsausschuss Südtirol) sind sich Frei.Wild in einem Musikvideo nicht zu schade, während sie sich gebetsmühlenartig “von jeglichem Extremismus” distanzieren.

Patrick Schröder (NPD) äußerte sich 2013 zu Frei.Wild: „Die Band ist zwar nicht zu 100 Prozent auf unserer Linie, aber zumindest zu 80 Prozent, und sie geben 30 Prozent davon zu. Wir haben aus dieser Band die Möglichkeit, noch in extremerem Maße zu profitieren als früher durch die Böhsen Onkelz.”

Die AfD Kreis Dithmarschen hat ebenfalls nicht versäumt, den Konzertauftritt von Frei.Wild Ende März auf ihrer Seite zu bewerben und gleichzeitig geäußerte Kritik an dem ursprünglich geplanten Auftritt in Flensburg am 20. April, an dem es in der Vergangenheit immer wieder zu neonazistischen Vorfällen in Flensburg gekommen war, zu delegitimieren.

Im Landtag wurde Frei.Wild kürzlich als “PEGIDA für die Ohren” und als “Soundtrack für den Rechtsruck der vergangenen Jahre” bezeichnet. Insbesondere deshalb sind Aufklärung und Protest heutzutage notwendiger denn je, gerade weil viele Jugendliche auf diese Konzerte gehen und so leicht über die politischen Inhalte verbunden mit der Musik vereinnahmt werden können.

Thomas Kuban, Autor, Filmemacher und Undercover- Journalist in der Neonazi-Musik-Szene sagte bereits 2013 über Frei.Wild: „In meinem Buch hatte ich sie noch in der Grauzone verortet. Ihre neue CD ist ganz klar Rechtsrock. Sie arbeiten subtil mit Andeutungen, wie es einige Neonazibands tun, die sich nicht strafbar machen wollen.”

Die Textversion des Liedes “Rache muss sein” wurde 2014 indiziert, während bislang weiterhin keine umfangreiche inhaltliche Prüfung aller Songtexte von Frei.Wild im Rahmen eines Indizierungsverfahrens durch die Bundesprüfstelle (BPjM) erfolgt ist.

Die drei Konzerte 2019 in Schleswig-Holstein sollten in Pahlen (18/4), Flensburg (20/4, jetzt Pahlen) und bei Schleswig auf dem Baltic Open Air (24/8) stattfinden. Die aktuelle Tour wurde von Beginn an mit Protesten begleitet. Mehrere Bündnisse sorgten in Schleswig-Holstein für antifaschistische Aufklärung und massiven, öffentlichen Druck, der Frei.Wild dazu zwang, das Roxy als Veranstaltungsort zu wechseln. Der Protest führte ebenfalls dazu, dass die Flens-Arena von ihrer ursprünglich geplanten Vertragsunterzeichnung kurzerhand abgewichen ist.

Frei.Wild sind daraufhin vor Gericht gezogen, um sich in die Flens-Arena einzuklagen, blieben dabei allerdings erfolglos. Daher musste ein neuer Veranstaltungsort für den 20.04. gefunden werden, in der Eiderlandhalle Pahlen (Dithmarschen).

Die Ausweichlocation hat sich ausgerechnet an dem Ort gefunden, wo bislang landesweit die meisten neonazistischen Entgleisungen von Frei.Wild-Fans dokumentiert wurden. 2012 schrieb z.B. die Zeit zum Auftritt in Pahlen: “Rechtsextrem und gleichzeitig Frei.Wild-Fan zu sein schließe sich keineswegs aus. Das zeigt sich auch immer wieder rund um Auftritte der Gruppe: Als Ende März in dem kleinen Örtchen Pahlen in Schleswig-Holstein eine Initiative gegen Rechts vor der Konzerthalle protestierte, flogen Flaschen auf die knapp 50 Jugendlichen. Andere Frei.Wild-Zuschauer riefen »Zick, zack, Zigeunerpack« und einen Klassiker aus der Neonaziszene: »Eine U-Bahn bauen wir, von Pahlen bis nach Auschwitz «. Das indizierte Original, in dem es »von Jerusalem bis nach Auschwitz« heißt, stammt von der Rechtsrockgruppe Kommando Freisler.”

“Fa. H. G. Diener & Söhne OHG”, die Eigentümer der Eiderlandhalle hatten bereits 2012 kein Problem damit, Frei.Wild auftreten zu lassen. 2017 war die jetzige Bundestagesabgeordnete Alice Weidel mit der AfD ebenfalls dort zu Gast. Der Chef, Rudi Diener lässt daher kein Problembewusstsein erkennen, welches zu einer Wandlung geführt hätte. Die erneute Zustimmung für die Konzertveranstaltungen am 18.04. und 20.04.2019 spricht für sich.

Wir fordern, dass die beiden Konzerte dieser Band abgesagt werden.
Frei.Wild und ihren teilweise rechten bis neonazistisch geprägten Anhänger*innen sollen in Dithmarschen nicht noch einmal Tür und Tor geöffnet werden.

Sollten die beiden Konzerte wie geplant stattfinden, rufen wir dazu auf, in Pahlen ein deutliches Zeichen gegen Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild zu setzen.

Wir sagen:
Rote Karte statt roter Teppich für Nationalismus und Rechtspopulismus in Pahlen!

In Dithmarschen ist kein Platz für Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild!

Beteiligt euch an der Demonstration:

18.04.2019 19-21 Uhr Pahlen (Dithmarschen) [Startpunkt: Süderstraße]

Unterzeichnende des Demo- Aufrufes „Klare Kante gegen Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild!”:
KBFN – Keine Bühne Für Nationalist*innen

Aufruf zur Demonstration „Klare Kante gegen Rechtsruck, Nationalismus und Frei.Wild!”

Medienformate der “Neuen Rechten” auf dem Vormarsch

Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse Ende März waren erneut unliebsame Akteure der “Neuen Rechten” anwesend – und alte Bekannte.

Der Gitarrist von der Rechtsrock-Band ”Stahlgewitter”, Frank Kraemer wurde zu einem Vortrag des NPD-nahe Vereins “Europa Terra Nostra” eingeladen und konnte sein neues Buch “Werde unsterblich” präsentieren, welches in dem Terra-Nostra-Verein veröffentlicht wurde. Kraemer ist ein Beispiel von vielen, das die strategische Vernetzung zwischen u.a. Parteien, Buchverlagen und Musikbranche in der “Neuen Rechten” aufzeigen soll.

So berichtete Endstation Rechts: „Zwar sprach Kraemer vor den etwa 70 Zuschauern auch von seiner Vorstellung einer relativ homogenen “Volksgemeinschaft”, doch im Vergleich zu den Liedern seiner Band Stahlgewitter klang das fast noch harmlos. So heißt es beispielsweise im Lied “Auftrag deutsches Reich” viel eindeutiger: “Die Zeit ist reif, für uns und unser Deutsches Reich.” Und so fanden sich im Publikum auch etliche einschlägig bekannte Neonazis wieder, wie etwa der NPD-Bundesvorsitzende Frank Franz, der kürzlich als Mitglied der “Weiße Wölfe Terrorcrew” verurteilte Andreas G. aus Bamberg oder David D., Leipziger Kader der rechtsextremen Kleinstpartei Der Dritte Weg. Der rechte Rand blieb unter sich.” [1]

Frank Krämer in Themar

Frank Kraemer und Andreas Korochetz waren 2017 beim Neonazi-Festival in Themar zu Gast, um als ”Division Germania” aufzutreten. Auf einem Foto vom Festival steht Kraemer neben einem Mann, der gerade den Hitlergruß macht. [2]
Als Thorsten Heise offenbar zur Feier des Geburtstags von Adolf Hitler zum Schild und Schwert-Festival ins Hotel ”Neißeblick“ im ostsächsischen Ostritz einlud, stand die Band ”Stahlgewitter” ebenfalls auf dem Lineup. Mehrere andere Neonazi- Bands sind mit Frank Kraemer verflochten, der zuvor für die FAP, die JN und die NPD aktiv gewesen ist. Ein lesenswerter Beitrag ist bei Don´t call it music erschienen und zeigt z.B. die Vernetzungen zwischen “Division Germania” und ”Stahlgewitter”auf.[3]

Die Band ”Stahlgewitter” wurde abgesehen davon 2013 in einem Rechtsstreit bekannt, als sie wegen einem teils ähnlich klingenden Song von ”Frei.Wild” eine Urheberrechtsverletzung vermuteteten, was vor Gericht nicht bestätigt werden konnte. Allerdings gibt es vereinzelt Textpassagen, die sich mit denen von Frei.Wild-Texten durchaus inhaltlich ähneln.

Frank Kraemer, der sich selbst lieber als Nationalist bezeichnet, der nur Identitätsrock mache, setzt damit in der medialen Darstellung bewusst auf Begriffe, die in der Gesellschaft weniger kritisch beäugt werden, ganz im Gegensatz zu seinen Songtexten.
Nach seinem Fanbuch für die Böhsen Onkelz 2000 widmete Klaus Farin 2015 dem Rechtsrock-Gitarristen Frank Kraemer in seinem Fanbuch zu Frei.Wild unkommentiert und unwidersprochen Platz für ein ausführliches, nationalistisches und rassistisches Interview. Dadurch relativierte er nicht nur das eng geschnürte Wertekorsett von Frei.Wild durch den Vergleich mit unverhüllten Neonazi-Thematiken, das Buch wurde als Medium für die gesamte rechte Szene zum Verkaufsschlager. [4]

[1] https://www.endstation-rechts.de/news/leipziger-buchmesse-die-neue-rechte-zieht-weiter.html
[2] https://www.belltower.news/hass-hitlergruss-und-hknkrz-eindruecke-vom-groessten-neonazi-konzert-des-jahres-in-themar-44740/
[3] https://dontcallitmusic.noblogs.org/post/2017/12/09/stahlgewitter-division-germania-rechtsrock-superstars-in-personalnot/
[4] https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-edelweisswaescher

Landtag äußerst sich “Frei.Wild ist PEGIDA für die Ohren”

Am 01.04.2019 wurde das Gerichtsurteil zum Frei.Wild-Auftritt in der Flens-Arena verkündet.
Politiker des Schleswig-Holsteinischen Landtages äußerten sich erstmalig zu der Frei.Wild-Debatte:

Zur durch das Flensburger Landgericht bestätigten Absage des Frei.Wild-Konzerts in Flensburg sagt der Flensburger Abgeordnete der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Rasmus Andresen:

„Flensburg bleibt bunt! Ich freue mich, dass die Klage des Tourneeveranstalters von Frei.Wild abgewiesen wurde und das Konzert in der Flensarena damit nicht stattfinden wird. Viele Flensburger*innen haben schon vorher deutlich gemacht, dass in unserer Stadt kein Platz für Nationalismus und Hetze ist. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die sich in den letzten Wochen für ein buntes und weltoffenes Flensburg eingesetzt haben und dies auch weiterhin tun.“

Der Sprecher für Strategien gegen Rechtsextremismus, Lasse Petersdotter, ergänzt:

„Frei.Wild ist mehr als eine patriotische Deutschrockband in der Grauzone. Ihre Konzerte füllen riesige Hallen und ihre Strategie der völkischen Grenzgänge macht rechtes Gedankengut und rechte Szenen anschlussfähig für die Mitte der Gesellschaft. Sie liefern damit einen Soundtrack für den Rechtsruck der letzten Jahre.
Frei.Wild ist PEGIDA für die Ohren. Ihre Texte stehen in der Tradition des Rechtsrocks, der seit den 90er Jahren zunehmend auf mildere Töne setzt und bewusst auf strafbewertete Inhalte verzichtet. Für Anhänger*innen rechter Ideologien reichen derweil die Anspielungen und mehr oder weniger versteckten Hinweise auf beispielsweise Hooligan-Szenen und völkische Ideologie.“[1]

Damit schließen sich Politiker der Landesregierung der Kritik verschiedener Kommunal- und Landespolitiker*innen der anderen Bundesländer an, die Auftritte der Band Frei.Wild wegen ihrer rechtspopulistischen Inhalte und der Vermarktung nationalistischer Überzeugungen im Hinblick auf den historisch besonderen, deutschen Kontext ablehnen.

“Frei.Wild” und ihre Label-Band “Alles mit Stil”, ebenfalls bei „Rookies & Kings“, sollten am 20.04.2019 in der Flens-Arena auftreten, jedoch wurde kein gültiger Vertrag unterzeichnet.
Mehrere Bündnisse in Schleswig-Holstein und auf vielen Zwischenhalten der aktuellen Tour machen derzeit mit Petitionen, Informationsveranstaltungen und Demonstrationen auf die umstrittene Band aufmerksam und fordern, jegliche Unterstützung zu Gunsten von Frei.Wild einzustellen und als Kultureinrichtungen politische Verantwortung zu übernehmen.

Weitere Informationen:

Bündnis Keine Bühne Für Nationalist*innen – Termine
Bündnis Kein Hafen für Nationalismus – Neuigkeiten

[1] Pressemitteilung des Landtages vom 01.04.2019

10.04.2019 Meldorf „Frei.Wild“ zwischen Grauzone, Nationalismus und Rechtsrock – das Problem mit der “neuen” Rechten – Info-Abend und Podiumsdiskussion

Informationsveranstaltung mit dem Referenten Michael Weiß („Agentur für soziale Perspektiven, Berlin“) und anschließender Podiumsdiskussion mit Delara Burkhardt (SPD) und Sebastian Borkowski (DIE LINKE).

Ort: Meldorf, Kulturkneipe Bornholdt, Zingelstraße 14
Zeit: 19.00 Uhr

Europa steht vor einem Rechtsruck, die Grenzen des moralisch Sagbaren werden spürbar verschoben und rechte Ideologien sind im Trend. Die Musikbranche bleibt hier viel zu oft ungesehen. Dabei wird insbesondere im Musikbereich immer stärker versucht, rechte Ideologie gesellschaftsfähiger zu machen und Schnittstellen ins extrem rechte, neonazistische Milieu zu schaffen. Viele dieser Bands bewegen sich hierfür facettenreich zwischen Mainstream, Grauzone und Rechtsrock und geben sich einen “unpolitischen” Anstrich.

Schon 2012 wurde die rechtspopulistische Band “Frei.Wild” in die Eiderlandhalle Pahlen (Dithmarschen) eingeladen, wogegen ein Bündnis gegen Rechts allem Widerstand zum Trotz protestierte. Am 18.04. will die Band “Frei.Wild” wiederholt in der Eiderlandhalle auftreten. Grund genug, um uns anzuschauen, wie mit der Problematik der “neuen” Rechten heutzutage umgegangen werden kann.

Wir haben für den Abend Michael Weiß von der „Agentur für soziale Perspektiven“ Berlin (ASP Berlin) als Referent eingeladen. Michael beschäftigt sich seit Langem mit der vermeintlich „unpolitischen Grauzone“ und damit verbundenen Rechtsrockfacetten und wird für einen Einblick in diese rechte Lebenswelt sorgen.

Aus der Vortragsbeschreibung:

“Doch jenseits der White-Power-Rockmusik etablieren sich rechte Lebenswelten, für die die Kategorie “Nazis” genauso wenig zutrifft wie das Label “unpolitisch”. Sie sind irgendwo dazwischen, in der Grauzone. Diese Grauzone reicht weit hinein in “alternative” Szenen und bedeutet einen zunehmenden Raumverlust für linke, emanzipatorische Ideen. (…) Entsprechende Strömungen in Punk und OI sind ebenso Thema wie die Popkultur von Böhse Onkelz und Frei.Wild. Zum einen wird anhand von Beispielen aufgezeigt, wie eng manch „unpolitische“ Künstler*innen aus der Grauzone mit extrem rechten Milieus verwoben sind. Zum anderen gibt es unappetitliche Einblicke in reaktionäre Männerwelten, spießbürgerliche Rebellionsfantasien und in Wertebilder, die auf
Ballermann-Partys und in Bildungszeitungs-Leserbriefen wahrlich besser aufgehoben wären als in links codierten Szenen.”(vgl. https://www.apabiz.de/bildung/grauzone/)

Anschließend diskutieren wir über Maßnahmen gegen den Rechtsruck in Musikkultur und Gesellschaft unter anderem mit der Kandidatin für das EU-Parlament Delara Burkhardt (SPD) sowie mit Sebastian Borkowski aus dem Landesvorstand Schleswig-Holstein (DIE LINKE).

+++Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind gemäß § 6 Absatz 1 des Versammlungsgesetzes Personen, die extrem rechten Parteien, den „Freien Kameradschaften“, der “Neuen Rechten” oder sonstigen extrem rechten Vereinigungen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende, neonazistische Äußerungen oder Handlungen in Erscheinung getreten sind. Das gilt auch für Menschen, die öffentlich Merchandise von „Frei.Wild” oder „Böhse Onkelz” zur Schau stellen oder im Umfeld dieser “Szene” auffällig geworden sind. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.+++

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/events/861344734204323/
https://kbfn.noblogs.org/10-4-info-meldorf/

+++Hinweis: Am 18.04.2019 findet ein politischer Protest gegen Frei.Wild in Pahlen statt. Am 20.04.2019 ebenfalls in Flensburg. Schleswig-Holstein sagt Nein zu Frei.Wild – Nein zu Nationalismus, Rechtsrock und Grauzone!+++