07.06.2026 12:00 Demo in Glückstadt: 5 Jahre Knast – 5 Jahre Entrechtung, Gewalt und Isolation – Abschiebeknäste abreißen!

Seit August 2021 werden im Abschiebegefängnis Glückstadt Menschen aus Schleswig-Holstein,
Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern inhaftiert. Abschiebehaft ist keine Strafhaft, d.h. die Gefangenen sind nicht wegen Straftaten inhaftiert. Die Haft dient den Behörden dazu Abschiebungen sicherzustellen. Abschiebehaft ist Ausdruck eines völlig entgrenztem institutionellem Rassismus. Seit der Inbetriebnahme des Knastes wurden weit mehr als 1000 Menschen in Glückstadt eingesperrt. In den meisten Fällen folgte auf die Haft die Abschiebung – und damit oft ein Leben in Krieg, Armut und Verfolgung.

Im Abschiebeknast sind die Gefangenen Stacheldraht, einer sechs Meter hohen Mauer,Schließzeiten,vergitterten Höfen und permanenter Kontrolle ausgeliefert. Die Landesregierung Schleswig-Holsteins nennt das zynisch „Wohnen minus Freiheit“. Für die Inhaftierten bedeutet Abschiebehaft den vollständigen Entzug ihrer Freiheit – mit Folgen wie Isolation, Angst und permanenter Unsicherheit.

Regelmäßig berichten Gefangene von katastrophalen Haftbedingungen, unzureichender medizinischer Versorgung und enormem psychischen Druck aufgrund der drohenden Abschiebung. Wer unbequem ist oder protestiert, wird in eine Isolationszelle gesteckt. Immer wieder kommt es aus Verzweiflung oder Protest zu Hungerstreiks, Selbstverletzungen und Suizidversuchen. Die brutale Realität in Glückstadt ist kein Einzelfall, sondern Teil eines erbarmungslos agierenden europäischen Grenzregimes. Mit der Umsetzung der GEAS- Reform werden Abschottung, Internierung und beschleunigte Abschiebungen immer weiter ausgebaut. Der Abschiebeknast ist ein Instrument der Kriminalisierung von Flucht. Wir stellen uns gegen eine Politik, die Mauern baut, Menschen entrechtet und Bewegungsfreiheit von Pässen und Geburtsorten abhängig macht. Freiheit kann es nur geben, wenn sie für alle gilt!

Wir stehen an der Seite aller Inhaftierten und tragen ihren Widerstand nach draußen. Jeder Hungerstreik, jeder Protest und jeder Ausbruchsversuch zeigt: Die Menschen im Knast akzeptieren ihre Gefangenschaft nicht. Solange dieses Gefängnis existiert, kämpfen wir für die Freiheit aller Inhaftierten. Kommt zur überregionalen Demonstration gegen den Abschiebeknast am 7. Juni 2026. Reißen wir die Mauern der Isolation nieder und zeigen wir den Gefangenen: Ihr seid nicht allein.

07.06.2026 12 Uhr Auftakt am Markt – 14 Uhr Kundgebung am Knast – 15:30 Abschluss am Marktplatz

FREIHEIT FÜR ALLE INHAFTIERTEN! ALLE ABSCHIEBEKNÄSTE ABREISSEN!

[1] https://glueckstadtohneabschiebehaft.noblogs.org/post/2026/05/31/demonstration-07-juni-2026/
[2] https://www.shz.de/lokales/glueckstadt/artikel/erneute-demo-gegen-abschiebehaft-in-glueckstadt-50728044

04.06.2026 Aufruf zur solidarischen Prozessbeobachtung nach queerfeindlichem, rechtem Angriff in Schleswig

04.06.2026 Aufruf zur solidarischen Prozessbeobachtung nach queerfeindlichem, rechtem Angriff in Schleswig

Tatverdächtiger nach queerfeindlichem, rechten Angriff auf zwei links gelesene Personen vor Gericht

Am 11.01.2025 mittags soll ein PKW mit überhöhter Geschwindigkeit über den Parkplatz eines Supermarktes in Schleswig gefahren sein und dabei beinahe mehrere Personen erfasst haben. Während eine Person darüber schimpfte, wiesen zwei weitere Personen, die gemeinsam unterwegs gewesen sind, den Fahrer direkt auf die Problematik hin. Der Fahrer wirkte nach zweifacher Ansprache uneinsichtig.
Kurze Zeit später soll er sich an einer der betroffenen Personen vorbeigedrängelt und ihr dabei eine sexistische Beleidigung zugerufen haben. Die Person entgegnete, dass das nicht in Ordnung sei, worauf auch die Begleitperson verbal entgegnete, dass er sie nicht zu beschimpfen habe.

Nur wenig später soll der Fahrzeugfahrer auf die Begleitperson zugegangen sein und diese körperlich mehrfach angegriffen haben. Dabei schlug der Täter die Begleitperson unter anderem ins Gesicht. Anschließend bedrohte der Täter die Begleitperson verbal, bevor er unbehelligt seinen Einkauf fortsetzte, als wäre nichts gewesen.

Aufgrund der inhaltlichen Bemerkungen bzw. Beleidigungen des Täters zum optischen Erscheinungsbild der Betroffenen ist von einem queerfeindlichen, rechten Angriff auf zwei links gelesene Personen auszugehen. Die anschließenden Bedrohungen und Einschüchterungsversuche verstärken diesen Eindruck. Die Betroffenen wandten sich mit vielen weiteren Details an die Öffentlichkeit – mittlerweile wurde ein Tatverdächtiger ermittelt.

Am 04.06.2026 muss sich Horst M. vor Gericht wegen Körperverletzung verantworten.

In der Vergangenheit fiel der Beschuldigte bereits mit einem Zusammenhang zur rechten Szene auf. So war Horst M. ein Geschäftsführer einer Eventlocation in Schleswig, bei der die AfD 2024 ihren sogenannten “Ball der Patrioten” ausrichten konnte. Aufgrund des Nutzungsvertrags mit der genannten AfD-Jugendorganisation, der Neonazi-Präsenz in und vor der Location und der fehlenden Bereitschaft, die AfD trotz antifaschistischem Protest auszuladen, wurde dies in antifaschistischen Kreisen als mutwillige Unterstützung für die extrem rechte Partei gewertet.

Außerdem finden sich auf dem social media -Profil des Beschuldigten u.a. mehrere Beiträge mit AfD-Sympathiebekundungen, teils über mehrere Jahre hinweg.

Im Kontext dieser Vorgeschichte als auch der verbalen und körperlichen Angriffe auf links gelesene Personen darf auch in diesem Prozess eine politische Tatmotivation nicht ausgeschlossen werden.

Wir rufen für Donnerstag zur solidarischen Prozessbeobachtung im Amtsgericht Schleswig auf:

Gerichtsverhandlung gegen Horst M. wegen Körperverletzung

04.06.2026 ab ca. 09:45 Uhr
Sitzungssaal B, 1 OG, Lollfuß 78, 24837 Schleswig

Niemand ist allein.

Solidarität mit allen Betroffenen rechter und queerfeindlicher Angriffe!

15.11.2025 Demo gegen „Titanic Revival“ in der Klostermühle Neumünster – Titanic versenken!

Am 15.11.2025 ab 14:30 Uhr findet eine antifaschistische Lauf-Demonstration durch Neumünster statt.

Aufruf zur Demonstration am 15.11.2025 vom Verein für Toleranz und Zivilcourage Neumünster

Anlass ist eine öffentlich angekündigte Feier der Gaststätte „Zur Klostermühle“ mit Livemusik unter dem Motto „Titanic Revival“. Die Feier ist für den Kommunalpolitiker Horst-Dieter Micheel geplant, der zusammen mit Karin Mundt und Mark Proch für die inzwischen in „Heimat“ umbenannte Neonazi-Partei „NPD“ in der Ratsversammlung sitzt und mit ihnen die 3-köpfige Fraktion „Heimat Neumünster“ stellt.

Warum ausgerechnet die Gaststätte „Zur Klostermühle“ für den früheren Betreiber der Neonazi-Gaststätte „Titanic“ und aktiven Kommunalpolitiker einer neonazistischen Partei eine Feier ausrichtet, bei der zahlreiche Neonazis zu erwarten sind, bleibt abzuwarten. Stattdessen veröffentlicht die Gaststätte eine Distanzierung, nach der das öffentlich angekündigte „Titanic-Revival“ keine rechtsradikale Veranstaltung werden soll.

Öffentliche Einladung der Gaststätte „Zur Klostermühle“ zum „Titanic Revival“ vom 10.11.2025 und Distanzierung vom 13.11.2025

Allerdings wird im Gegensatz dazu berichtet, dass Rechtsrockerin Karin Mundt bei der Feier auftreten soll. Zu viele Widersprüche, um in Neumünster nicht nach dem Rechten zu sehen, wenn eine Neonazi-Veranstaltung mit Livemusik für einen Politiker einer Neonazi-Partei angekündigt wird.

Der Verein für Toleranz und Zivilcourage ruft zur Demonstration am Samstag ab 14:30 Uhr auf:

„Am Samstag den 15.11. soll die “Titanic” wieder aufleben. In der Gastwirtschaft “Zur Klostermühle” in Neumünster soll eine Benefizveranstaltung (mit Livemusik) für Horst Micheel stattfinden. Der Ratsherr der NPD/”Heimat” war lange Wirt der Nazikneipe Titanic. Das werden wir nicht unkommentiert hinnehmen. Überlasst den Nazis nicht das Viertel – Titanic versenken, immer und überall. Kommt bitte zahlreich.“

Start der Veranstaltung ist um 15 Uhr am alten Postparkplatz, Treffen ab 14:30 Uhr.

Titanic versenken, immer und überall

24.05.2025 Flensburg – Treffen der Reichsbürger*innen-Organisation „Internationale Organisation Völkerrecht“ (IOV) bei TKSB aufgeflogen!

Wie antifaschistische Gruppen einmütig berichten, findet heute von 10 bis ca. 16:30 Uhr ein Treffen der Reichsbürger*innen-Organisation „Internationale Organisation Völkerrecht“ (IOV) in Flensburg statt. Dieses ist Teil einer bundesweiten Veranstaltungsreihe der 2023 neu gegründeten Organisation.

Der Veranstaltungsort ist die TKSB Lichtschutz GmbH, ein Geschäft für Sonnen-, Sicht- und Blendschutzsysteme in der Liebigstraße 22 in Flensburg.

Teil der Reichsbürger*innen-Organisation ist Thorben K. aus Oeversee, der in internen Dokumenten als Delegierter für die heutige Veranstaltung in Flensburg auftritt. Zusammen mit der Geschäftsführerin Tina K. wird das Unternehmen TKSB Lichtschutz GmbH mit Thorben K. als Prokurist gemeinsam geführt. In sozialen Netzwerken wirbt Thorben K. für deren Unternehmen TKSB. Mitgesellschafter ist die Firma Axetal GmbH mit Sitz in Hamburg, die früher in Harrislee firmierte.

Auf Facebook teilt Thorben K. kaum Auffälliges. Viel zur Corona-Pandemie, was als Unternehmen angesichts der zusätzlichen Belastungen der Zeit nachvollziehbar ist, aber auch schon Beiträge von “Reitschuster” oder einem AfD-Interview der AfD-Politikerin Corinna Miazga und zu Corona-Protesten. Brisanter scheint daher die Beteiligung an einer bundesweit aktiven Reichsbürger*innen-Organisation zu sein.

Thorben K. von der IOV teilt 2020 auf Facebook einen AfD-Beitrag

Die Reichsbürger*innen-Organisation „Internationale Organisation Völkerrecht“ (IOV) versteht sich als angebliche “Schutzmacht” für Zivilist*innen, verbreitet erfundene Ausweise, sogenannte “IOV-Identitätskarten” und schreibt Behörden, Gerichte usw. an. Bei Konflikten mit dem Staat, Unternehmen, Behörden oder Privatpersonen werden diese durch Pressemitteilungen behelligt oder vor selbst erfundene “Gerichts”-Instanzen gezerrt, z.B. das Scheinkonstrukt “Gerichtshof der Menschen” (GdM), ein sogenanntes “Restitutionsgericht” der IOV mit Sitz außerhalb der EU in der Türkei.
Das IOV-Konstrukt weist viele Ähnlichkeiten mit der Reichsbürger*innen-Struktur des “Zivilschutz” von Mustafa-Selim Sürmeli aus Stade auf, mit der es schon in der Entstehungsphase inhaltliche Berührungspunkte gegeben hat. Als Vertretung einer übergeordneten Rechtsinstanz behauptete die Organisation von Sürmeli, dass ihr unterstehende Zivilist*innen von staatlichen Gesetzen, sowie von Abgaben befreit wären und alle Belange der Zivilist*innen über die Zwischeninstanz der “Zivilschutz”-Organisation laufen müssten. Sürmeli erfand eine eigene Schein-Währung und Arbeitsmöglichkeiten für Zivilist*innen in Zweckbetrieben der Organisation. Die IOV spaltete sich 2023 hiervon ab.

Die IOV berichtet, dass sie einen Gerichtsprozess wegen Volksverhetzung in Bremen mit einer “Delegation” begleitet hätte und in einer Pressemitteilung ihre ganz eigenen Interpretation der Sachlage schilderte und den Tatvorwurf von vornherein nicht akzeptierte. In einem anderen Fall versendete eine Krankenkasse einem mutmaßlichen Organisations-Mitglied ein obligatorisches Schreiben zur Beitragserhöhung und wurde mit Schreiben belästigt. Auf eine Abmahnung durch die Krankenkasse wurde die Rechtsanwältin namentlich in Pressemitteilungen genannt und mit pseudojuristischen Behauptungen Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Nach einem Streit innerhalb der IOV wurde dem Mitglied Frank R. vor selbst erfundenen juristischen Instanzen der Prozess gemacht und ein Urteil gegen ihn gefällt, das zu seinem Ausschluss führte.

Zwischen Reichsbürger*innen verschiedener Organisationen herrschen unterschiedliche Rechtsauffassungen. Die einen fordern den Rechtszustand von Deutschland in den Grenzen von 1871 zurück, die anderen von 1913 oder 1937, wiederum andere behaupten, dass Deutschland zum Ende des 2. Weltkriegs nicht kapituliert hätte und wähnen sich weiter im Kriegszustand und Kriegsrecht. Viele behaupten fälschlicherweise, Deutschland sei von den alliierten Siegermächten besetzt und fordern “Souveränität” und “Selbstbestimmung”, gängige Szenecodes unter Reichsbürger*innen. Nachnamen werden bei der IOV stets in Großbuchstaben geschrieben, noch ein gängiger Scenecode, da Reichsbürger*innen das deutsche Namensrecht nicht anerkennen. Unter fadenscheinigen juristischen Begründungen wird ersichtlich, dass viele dieser Organisationen besonders interessiert sind, Einnahmen über ihre Mitglieder zu generieren, ihre Mitgliederzahlen zu erhöhen und ihre Konstrukte dafür entsprechend kreativ zu auszuschmücken.
Im Zweifelsfall behilft man sich dann doch mit dem geltenden Rechtsrahmen in der Bundesrepublik und versucht anhand der geltenden Gesetze SLAPP-Klagen oder Unterlassungsforderungen gegen Kritiker*innen und Aussteiger*innen voranzubringen oder diese im Nachhinein zu diskreditieren, zu bedrohen oder öffentlich einzuschüchtern.

Vielen Reichsbürger*innen gemein ist, dass sie die Existenz der Bundesrepublik und ihrer staatlichen Institutionen leugnen und deshalb die geltende Rechtsordnung, die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, nicht anerkennen. Sie drucken sich eigene Fahrerlaubnisse, Personalausweise, aber je nach Organisation auch Jagdscheine und andere waffenrechtliche Erlaubnisse und isolieren sich von der Gesellschaft. So hat die kürzlich verbotene Reichsbürger*innen-Organisation “Königreich Deutschland” Schlagzeilen damit gemacht, dass bei Razzien im Millionengrab von Peter Fitzek neben Goldbarren, Bargeld uvm. auch 60 Kugeln Munition gefunden wurden und die Vereinigung den Aufbau einer eigenen Armee für seinen Scheinstaat plante. Die Einnahmen erzielte er durch leichtgläubige Anhänger*innen und vermeintliche Systemaussteiger*innen in einer Art Pyramiden-System mit Scheinwährung “Engel” und Wechselkurs. Andere Reichsbürger*innen fielen ebenfalls durch bewaffnete Konflikte oder Waffenfunde auf.

Die Reichsbürger*innen-Ideologie, die tief in der Neonazi-Szene verankert ist, ist demnach keineswegs harmlos, sondern birgt Gefahren insbesondere für politisch Andersdenkende und Behördenangestellte. Im offiziellen Kanal der IOV mit über 3000 Mitgliedern wurde ein Dokument verbreitet, was ein vermeintliches Notwehr- bzw. Widerstandsrecht gegen Behördenangestellte suggeriert und ihrer Amtstätigkeit die Legitimität abgesprochen.

Im Chat der Reichsbürger*innen-Organisation „Internationale Organisation Völkerrecht“ mit ca. 3000 Mitgliedern wird in Dokumenten ein vermeintliches Widerstandsrecht bei Behördenhandeln propagiert.

Neben denen, die der Reichsbürger*innen-Ideologie verfallen sind und entsprechende Inhalte reproduzieren, sich ideologisch radikalisieren und immer wieder auch Anschläge planen, haben andere sektenartige Organisationen aufgebaut und buhlen um ihre potentiell finanzstarken Anhängerinnen. Mit angeblicher Steuererleichterung und Autarkie, wie beim kürzlich verbotenen “Königreich Deutschland” oder erfundenen Ausweisen versprechen Sie ihren potentiellen Opfern das Blaue vom Himmel – meist im Tausch gegen echtes Geld, Lebenszeit und Arbeitskraft.

Der Verfassungsschutz BW warnte am 12.11.2024 vor der Reichsbürger*innen-Organisation „Internationale Organisation Völkerrecht“ (IOV). Die reagierte mit einer Pressemitteilung.

Die Reichsbürger*innen-Organisation „Internationale Organisation Völkerrecht“ (IOV) wird in anderen Bundesländern vom Verfassungsschutz beachtet, das Justizministerium Bayern stufte die IOV als “Reichsbürger-Gruppierung” ein. In Baden-Württemberg und Hessen machten die Sicherheitsbehörden 2024 und Anfang 2025 auf die Reichsbürger*innen-Organisation aufmerksam. In Schleswig-Holstein ist in den jährlichen Berichten oder weiteren Verlautbarungen davon nichts zu lesen. Weder die Stadt noch die Sicherheitsbehörden warnten in Flensburg im Vorfeld vor einer öffentlich angekündigten und länger geplanten bundesweiten Veranstaltungsreihe oder dieser auch in Schleswig-Holstein vernetzten und aktiven Reichsbürger*innen-Organisation. Bereits Anfang Februar fand in Schleswig-Holstein ein 2-tägiges IOV-Seminar statt. Auch wenn das heutige Treffen nur mäßig gut besucht war, darf die Reichsbürger*innen und Selbstverwalter-Szene in ihrer Gefahr nicht weiter unterschätzt werden.

So ist es wiedermal Antifaschist*innen zu verdanken, dass die Reichsbürger*innen-Szene auch in Flensburg nicht ungestört bleibt und ihre Treffpunkte und Strukturen aufgedeckt werden.

25.04.2025 Oldenburg – Demonstration nach tödlicher Polizeigewalt: Gerechtigkeit für Lorenz

Am 20.04.2025 wurde der 21-jährige Lorenz A. von der Polizei in Oldenburg erschossen.

Solifoto in Gedenken an Lorenz, getötet von der Polizei in Oldenburg am 20.4.2025


Der Verlauf des Abends schildert sich noch sehr vage. Am frühen Morgen des 20.4. wurde Lorenz A., einer Person of Color (PoC) vor einem Tanzlokal in Oldenburg der Zutritt verwehrt. Daraufhin soll es zu einer Auseinandersetzung mit Securitys gekommen sein, bei der Reizgas eingesetzt worden sein soll. Lorenz A. soll daraufhin weggelaufen sein.

In einer Seitengasse ist die Situation später nach Eintreffen von Polizeibeamt*innen eskaliert.

Laut der Polizeimeldung vom 20.4., die grundsätzlich nicht ungeprüft übernommen werden sollte, soll Lorenz A. auf Beamte zugegangen sein und dabei Reizgas in ihre Richtung gesprüht haben. Ein Polizist schoss daraufhin mehrfach auf Lorenz A. und tötete ihn. Lorenz A. wird in der Polizeimeldung als “Angreifer” bezeichnet:

Als zwischenzeitlich eingetroffene Einsatzkräfte der Polizei den Mann in der Kurwickstraße ansprachen, rannte dieser davon. In einer benachbarten Straße traf er auf die Besatzung eines weiteren Streifenwagens. Dort ging er bedrohlich auf die Polizisten zu und sprühte dabei Reizstoff in ihre Richtung. Schließlich machte ein 27-jähriger Beamter von seiner Schusswaffe Gebrauch. Der Angreifer wurde mehrfach getroffen, lebensgefährlich verletzt und erlag letztlich seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Zum genauen Ablauf des tödlichen Polizeieinsatzes, zu Standpositionen oder ähnlichem gibt die Polizeimeldung keine Erkenntnisse.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg gab in einer Pressemittteilung vom 22.04. das Ergebnis einer ersten Obduktion bekannt. Demnach hat der Polizist vier Mal von hinten auf den 21-jährigen geschossen, so in die Hüfte, den Oberkörper und den Kopf. Dazu traf der Polizist den 21-jährigen am Oberschenkel :

Der 21-jährige wurde von mindestens drei Schüssen getroffen. Schussverletzungen fanden sich an der Hüfte, am Oberkörper und am Kopf. Laut dem Obduktionsergebnis trafen alle drei Schüsse den Getöten von hinten. Ein vierter Schuss soll den Getöten am Oberschenkel gestreift haben. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt wegen Totschlag.

Die Obduktionsergebnisse erwecken schwerwiegende Zweifel am Polizeieinsatz, der für Lorenz A. tödlich endete. Am 24.4.2025 Abends wurde zudem berichtet, dass Ermittler später ein Klappmesser in der Tasche von Lorenz A. gefunden hätten, das bisher weder bei der Veröffentlichtung der Obduktionsergebnisse noch bis zum 24.4. von Behörden erwähnt wurde und daher weitere Fragen aufwirft. Videoaufnahmen sollen außerdem zeigen, dass Lorenz A. sich abgewendet hatte, bevor Schüsse fielen und dass das besagte Klappmesser in der maßgeblichen Situation nicht erkennbar gewesen ist. [Nachträglich aktualisiert, 25.4.]

Demnach zeigt eine Videoaufnahme, wie sich Lorenz A. auf den Polizeibeamten zubewegt und dann wieder abwendet, bevor die Schüsse fallen, berichtet der Spiegel.

Die Staatsanwaltschaft geht nicht von einer lebensgefährlichen Bedrohungslage mit einem Messer für die Beamten aus und führt das Verfahren wegen Totschlag gegen den 27-jährigen Todesschützen.

Aus Neutralitätsgründen ermittelt nicht die Oldenburger Polizei, sondern die Polizei Delmenhorst. Dort war 2021 ebenfalls ein 19-Jähriger in Polizeigewahrsam gestorben, berichtet der Spiegel.

Angehörige, Freund*innen und weitere Personen trauerten am Tatort um den 21-jährigen Lorenz A.
Sie fordern Gerechtigkeit für Lorenz und Aufklärung des tödlichen Polizeieinsatzes, bei dem erneut eine schwarze Person in Deutschland von der Polizei unter fragwürdigen Umständen getötet wurde.

Für Lorenz A. wurde ein Spendenaufruf veröffentlicht: https://www.gofundme.com/f/gerechtigkeit-fur-lorenz

Am 25.04.2025 wird am Pferdemarkt Oldenburg um 18 Uhr eine Demonstration für Lorenz A. stattfinden. Wenn die Polizei in Deutschland Menschen tötet, dürfen wir davor nicht die Augen verschließen, insb. wenn der Getötete eine Person of Colour ist. Wir sind solidarisch mit den Angehörigen und fordern Aufklärung und Gerechtigkeit!

Gemeinsame Anreise: 15:15 Hamburg Hauptbahnhof // 16:53 Bremen Hauptbahnhof

https://www.instagram.com/gerechtigkeit_fuer_lorenz/
https://www.spiegel.de/panorama/oldenburg-obduktionsergebnisse-nach-toedlichem-polizei-einsatz-veroeffentlicht-a-fbd7b74d-461c-46a6-9b4b-065569ea87e1
https://taz.de/Toedlicher-Polizeieinsatz-in-Oldenburg/!6080708/

03.08.2024 Rechte Rap-Veranstaltung bei Enjoydarts Hamburg

Am 03.08.2024 fand bei der Enjoydarts UG & Co. KG in Hamburg eine Querdenken-nahe Veranstaltung mit der rechten Rap-Gruppe “Rapbellions” statt. Bei Telegram finden sich auf den Kanälen der Künstler*innen zahlreiche Verweise ins extrem rechte Spektrum, was den Inhaber Thomas Nieder nicht davon abhielt, das Konzert zuzulassen. An der Abend-Veranstaltung beteiligten sich Personen im mittleren zweistelligen Bereich, darunter die angekündigten Künstler*innen sowie der als Reichsbürger bekannte Aktivist Christopher Behrens. Zuvor sollte die Veranstaltung, wie bereits in vergangenen Jahren, im Angel Klub am Fischmarkt stattfinden, wurde allerdings nach antifaschistischem Protest abgesagt und zu Enjoydarts verlegt.

3.8.2024 Rapbellions-Auftritt bei Enjoy Darts Hamburg

3.8.2024 “Rapbellions”-Auftritt bei Enjoydarts in Hamburg

Wenngleich eine konsequente Positionierung gegen die rechte Rap-Gruppe im Angel Klub ausblieb, mussten die “Rapbellions” nach antifaschistischem Protest kurzfristig auf eine Alternative ausweichen und verheimlichten den neuen Konzertort bis zum Schluss. Zuletzt verwarf der Angel Klub die ohnehin halbherzige Positionierung mit antifaschistischem Touch, indem erneut eine Veranstaltung der “Rapbellions” in Berlin vom 20.07.2024 im Querdenken-nahen Lokal “Al Hamra” unkritisch beworben wurde. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts forderte in einem Offenen Brief nach wiederholten Auftrittsmöglichkeiten für die rechte Band im Angel Klub die ersatzlose Absage und politische Konsequenzen.

Christopher Behrens beim Rapbellions-Konzert am 3.8. bei Enjoy Darts in Hamburg

Christopher Behrens beim “Rapbellions”-Auftritt am 3.8.2024 bei Enjoydarts in Hamburg

Christopher Behrens war seit Beginn der Corona-Pandemie auf einer Vielzahl an rechten Querdenken-Demonstrationen in Hamburg zugegen und dort teils als Redner und Organisator aufgetreten. In der Roten Flora bekam er deshalb schon 2021 ein Hausverbot. Behrens beteiligte sich am 24.02.2022 bei einer konspirativen Reichsbürger*innen-Veranstaltung der sogenannten “Arminius Erben”. Am Samstag nahm er am konspirativen “Rapbellions”-Konzert bei Enjoydarts teil.

"Behrens besuchte im Februar ein konspirativ organisiertes Reichsbürger-Event der "Arminius Erben" unter dem Motto "Unsere Deutsche Zukunft" von dem Faschisten Gernot von Hagen. Man sollte sich mit dem Film "Das Deutsche Reich" auf das Treffen vorbereiten." Quelle auf X: @antifainfo

“Behrens besuchte im Februar ein konspirativ organisiertes Reichsbürger-Event der “Arminius Erben” unter dem Motto “Unsere Deutsche Zukunft” von dem Faschisten Gernot von Hagen. Man sollte sich mit dem Film “Das Deutsche Reich” auf das Treffen vorbereiten.” Quelle auf X: @antifainfo

Der Ort der Veranstaltung wurde weder von der Band “Rapbellions” noch auf der Webseite von Enjoydarts beworben, sondern konspirativ durchgeführt. Antifaschist*innen konnten den Ort jedoch kurzfristig ausfindig machen. Bei Enjoydarts wurden kritische Stimmen am rechten Konzertvorhaben ignoriert und der Geschäftsführer Thomas Nieder reagierte nicht auf kritische Nachfragen.
Es ist nicht das erste Mal, dass rechte Gruppierungen bei Enjoydarts Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen. Am 09.06.2024 wurde die Räumlichkeit von Enjoydarts bereits der Querdenken-Partei dieBasis für eine Wahlparty überlassen.

Ankündigung der Wahlparty am 9.6.24 bei Enjoy Darts Hamburg

Ankündigung der dieBasis-Wahlparty am 9.6.2024 bei Enjoydarts Hamburg

DieBasis wurde zu Beginn der Corona-Pandemie aus Teilen der Querdenken-Bewegung gegründet und profitiert als Partei einerseits davon, parlamentarisch Einfluss nehmen zu können und andererseits durch das Parteienprivileg vom Schutz vor einem möglichen Verbot der militanteren Strömung im Querdenken-Spektrum. Auch bei der Partei dieBasis zeigten sich schon früh die Verflechtungen zwischen Reichsbürger*innen, extremen Rechten, Impfgegner*innen, Verschwörungsgläubigen, Esofans und dem restlichen Querdenken-Spektrum. Die Partei verbreitet auf ihren Foren in zahlreichen Beiträgen die selben Feindbild-Konstruktionen wie die “Neue Rechte”. Die Partei fiel immer wieder durch interne Streitigkeiten und Grabenkämpfe auf, sowie durch mehrere personelle Verstrickungen in die rechten Putschpläne der Reichsbürger-Gruppierung um Prinz Reuß und die “Patriotische Union”. Zur Europawahl verpasste die Partei dieBasis den Einzug, erreichte allerdings 2023 in Schleswig-Holstein 9 Sitze in verschiedenen Kommunalparlamenten.

In Hamburg konnte die rechte Partei seit ihrer Gründung neben eigenen Auftritten auf Querdenken-Versammlungen und Infoständen auf verschiedenen Demonstrationen vom “Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung e.V.”, bei Veranstaltungen im Rudolf-Steiner-Haus sowie zeitweise in der “Großen Freiheit 36” andocken und versuchte darüber hinaus, in mehreren politischen Kampagnen (u.a. Free Assange, LeuchtturmARD, UMEHR e.V.)  mitzuwirken.

Für die Wahlparty zur Europawahl traf dieBasis sich bei Enjoydarts in Hamburg. Weitere Termine der Querdenken-Partei am 06.08.2024 ab 18:00 Uhr sind bereits bei Enjoydarts in der Haldesdorfer Str. 52 angekündigt.

Am Samstag Abend stellten die “Rapbellions” ihrem Publikums bei Enjoydarts zahlreiche Songs vor, die inhaltlich im politischen Meinungskorridor der bisherigen Querdenken-Proteste lagen. Gegen 22:15 Uhr beendeten die “Rapbellions” ihr Konzert und ließen den Abend ausklingen. Im Vergleich zu vorherigen Konzerten in Hamburg und der 3-monatigen Mobilisierung auf allen Kanälen für ihr letztes Konzert reisten nur wenig Teilnehmer*innen zu der rechten Veranstaltung bei Enjoydarts an. Zu Zwischenfällen mit einigen angereisten Antifaschist*innen kam es nicht.

 

Aufgrund der wiederholten Unterstützung für die Querdenken-Partei dieBasis und der Ermöglichung eines rechten Konzertes der verschwörungsideologischen, rechten Rap-Gruppe “Rapbellions” ist nicht davon auszugehen, dass die Entscheidung bei Enjoydarts versehentlich getroffen wurde. Wahrscheinlicher ist, dass der Geschäftsführer Thomas Nieder seine Räumlichkeit bewusst für eine rechte Musikveranstaltung der “Rapbellions” zur Verfügung stellte. Dart-Fans sollten daher zukünftig lieber einen Bogen um den umstrittenen Club machen.

Den Rechten keine Räume!

“Rapbellions” runter von der Bühne!

[1] https://www.hbgr.org/7426-offener-brief-des-hamburger-buendnis-gegen-rechts-fordert-absage-der-rechten-rap-veranstaltung-von-rapbellions-im-angel-klub
[2] https://taz.de/Rapbellions-treten-in-Hamburg-auf/!6021070/
[3] https://www.mopo.de/hamburg/ausgeladen-rechte-querdenker-band-darf-nicht-auf-dem-kiez-auftreten/
[4] https://www.abendblatt.de/hamburg/kultur/article406874492/st-pauli-rechtsextremes-konzert-abgesagt-club-loescht-statement.html
[5] https://www.rote-flora.de/2021/coronaleugner-und-verschwoerungstheoretiker-aus-der-roten-flora-geflogen/
[6] https://x.com/SchwarzePalmen/status/1779550440281006267
[7] https://x.com/H_B_g_R_Info/status/1820000223118155968
[8] https://www.instagram.com/p/C-IUUgduiG4/

3.8.24 Hamburg – Rechte Rap-Veranstaltung der “Rapbellions” bei Enjoydarts Hamburg verhindern!

3.8.24 Hamburg – Rechte Rap-Veranstaltung der “Rapbellions” bei Enjoydarts Hamburg verhindern!

Trotz medialer Kritik und Kontaktversuchen soll im Enjoydarts Hamburg die rechte Rap-Veranstaltung der “Rapbellions” stattfinden.
In einem Offenen Brief des Hamburger Bündnis gegen Rechts, den wir mit unterzeichnet haben, wurden einige Hintergründe zu den “Rapbellions”-Künstler*innen und dem “Querdenken”-Milieu aufgezeigt. In den Telegram-Kanälen der Künstler*innen werden am laufenden Band “Querdenken”-Propaganda, Verschwörungsideologien, rechte Kanäle und AfD-Propaganda verbreitet. Das hat mit emanzipatorischer Gesellschafts- oder Machtkritik, wie im Rap üblich, nichts zu tun.

Auf der Webseite der Enjoydarts UG & Co. KG taucht die rechte Rap-Veranstaltung zwar nicht auf, wird aber in gängigen Foren für den 3.8. beworben.
Der Geschäftsführer Thomas Nieder hat auf unsere Rückfragen zu der Veranstaltung bisher nicht geantwortet.
So ist davon auszugehen, dass die Veranstaltung am 3. August bei EnjoyDarts in der Haldesdorferstraße 52, Hamburg durchgeführt werden wird.

Wir rufen alle Antifaschist*innen dazu auf, die Forderung nach einer Absage für verschwörungsideologischen rechten “Querdenken”-Rap in Hamburg zu bekräftigen.

In Hamburg ist kein Platz für rechten Rap und Verschwörungsideologien!

Rapbellions runter von der Bühne!

#RechtsRapptNicht!

[1] https://www.hbgr.org/7426-offener-brief-des-hamburger-buendnis-gegen-rechts-fordert-absage-der-rechten-rap-veranstaltung-von-rapbellions-im-angel-klub
[2] https://taz.de/Rapbellions-treten-in-Hamburg-auf/!6021070/
[3] https://www.mopo.de/hamburg/ausgeladen-rechte-querdenker-band-darf-nicht-auf-dem-kiez-auftreten/
[4] https://www.abendblatt.de/hamburg/kultur/article406874492/st-pauli-rechtsextremes-konzert-abgesagt-club-loescht-statement.html
[5] https://www.instagram.com/p/C-IUUgduiG4/

Offener Brief von Hamburger Bündnis gegen Rechts fordert Absage der rechten Rap-Veranstaltung von „Rapbellions“ im Angel Klub

Hinweis: Der Angel Klub behauptet, die Querdenken-Formation „Rapbellions“ sei nicht extrem rechts, wird aber durch die Recherchen zu der Band und ihrer Zusammenarbeit mit Personen aus der Neonazi-Szene widerlegt. Die rechte Veranstaltung wurde nach antifaschistischem Widerspruch laut Betreiber abgesagt.

Offener Brief von Hamburger Bündnis gegen Rechts fordert Absage der rechten Rap-Veranstaltung von „Rapbellions“ im Angel Klub

Am 03.08.2024 soll in Hamburg das dritte und vorerst letzte Konzert der rechten „Querdenken“-Formation „Rapbellions“ mit „Lapaz“, „Twanie“, „Antinorm“ (nicht die gleichnamige Punkband) „Bustek“, „Yannick D.“, „Goethe“, „Holy Smokez“ und „Tumani Beatz“ erneut im „Angel Klub“ am Fischmarkt stattfinden. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts fordert die unverzügliche Absage der rechten Rap-Veranstaltung und politische Konsequenzen.

Schon zu Beginn von „Rapbellions“ im Jahr 2021 offenbarte sich die politische rechte Haltung durch verschwörungsideologische Inhalte, Phrasen aus dem „Querdenken“-Milieu, Desinformation zu Impfungen und rechter Propaganda auf den gängigen Plattformen wie z.B. Telegram, sowie der Einfluss in rechte Netzwerke bis zu dieBasis und AfD.

„Rapbellions“ lieferten den Sound für die „Querdenken“-Proteste und performten bereits 2023 im Angel Klub in Hamburg. Dort kam es zu politisch ähnlichen Äußerungen wie auf den unzähligen rechten „Querdenken“-Demos. Bei ihrem ersten Konzert in Hamburg wichen „Rapbellions“ nach antifaschistischen Interventionen noch in die „Große Freiheit 36“ aus, die ihnen bereitwillig Tür und Tor öffnete.

Bei „Rapbellions“ und der übrigen „Querdenken“- und Reichsbürger*innen-Szene wittert man seit Jahren überall Verschwörungen und verbreitet neben einfachen Antworten auf komplexe Fragen Desinformation und gängige Feindbild-Konstruktionen, während eine tiefergehende Analyse für real existierende Krisen und unzureichende politische Lösungen ausbleiben. Auf den Kanälen werden jede Menge Verschwörungserzählungen z.B. von „Chemtrails”, „Impfstoff aus deutschen Babys“ oder ähnlicher Verschwörungspropaganda verbreitet, die seit der Covid-Pandemie wieder Hochkonjunktur hat.

Kim Fedders vom Hamburger Bündnis gegen Rechts äußert dazu:

„Mit „Rapbellions“ stehen im August keine aus dem Mainstream verbannten rebellischen Underdog-Rapper auf der Bühne, die ihre Meinung nicht sagen dürften, sondern Künstler*innen aus dem politisch rechten Verschwörungs-Spektrum, die während der Corona-Pandemie erfolgreich eine Marktnische genutzt haben und offensichtlich den Soundtrack zu rechten Umsturzphantasien liefern.“

Der angekündigte Künstler „Lapaz“ trat noch am 25.5. auf einer rechten Groß-Veranstaltung am Frankfurter Opernplatz auf. Dort kamen AfD-Politiker*innen und einige der bekanntesten Szene-Figuren aus dem „Querdenken“-Umfeld zusammen, die in den letzten vier Jahren mit Desinformationskampagnen und wöchentlichen Demonstrationen zur Spenden-Generierung aufriefen und immer wieder auch mit Hetze gegen Antifaschist*innen, politisch eher links stehende Personen und weiteren gängigen AfD-kompatiblen Feindbildern auffielen. So wurde in der Veranstaltungsankündigung z.B. der mutmaßliche Betrüger und „Querdenken-711”-Gründer Michael Ballweg angekündigt, der Teile der Millionen-Spenden seiner Gläubiger*innen zweckwidrig privat veruntreut haben soll, sowie sein Anwalt Ralf Ludwig. Außerdem der mit fast 20 Eintragungen im Bundeszentralregister wegen diverser Angelegenheiten verurteilte Thomas Brauner, der als Busfahrer in Pandemie-Hochzeiten fremde Kinder zwang, harmlose Schutzmasken im Bus abzunehmen oder Ende 2023 auf der Bühne im Tonwerk Bamberg bei einem Konzert mit seinem „Querdenken“-Trio weiter bestehend aus Björn Winter und Arne Schmitt offenbar den Hitlergruß zeigte. Des Weiteren angekündigt auf der rechten Veranstaltung aus dem AfD-, dieBasis- und weiteren „Querdenken“-Umfeld waren Markus Krall, Heiko Schöning, Lars Hünich, Herrmann Ploppa, Dennis Hohloch, Margarita Griesz-Brisson, Wolfgang Kochanek, Sabrina Kollmorgen, Stephanie Tsomakaeva, Sonja Reitz, Daniel Langhans, Jan Veil, Paul Weiler, Ralf Bühler, Alexandra Motschmann, Frank Grossenbach, Stefan Langenfeld, Carsten Straush, Sabine Pankau, Karl-F. Rothe, Michaele Kundermann, Dirk Hesse, Mary Khan-Hohloch, Andreas Sönnichsen, Gordon Pankalla, Sindja, Familie Ebert, Stefan Krähe und schlussendlich der „Rapbellions“-Künstler „Lapaz“.

Der ebenfalls auf dem August-Lineup angekündigte Künstler „Twanie“ ist laut verschiedener Quellen durch Beteiligung an „Querdenken“-Protesten in Flensburg aufgefallen, bei denen gewalttätige Übergriffe auf antifaschistische Gegendemonstrant*innen durchgeführt wurden, berichtete das freie „Radio Fratz“ auf „X“.

„Rapbellions“ kooperierten 2021 zudem mit Xavier Naidoo, der schon früh in seiner Karriere antisemitische Versatzstücke in Songtexten verwendete und dennoch bis zur Ausladung vom Echo 2009 bedauerlich großen Rückhalt in der deutschen Rap-Szene erhielt. 2021 arbeitete Xavier Naidoo dann mit dem Neonazi Hannes Ostendorf von der Neonazi-Hooligan-Band „Kategorie C“ zusammen und erlangten kommerziell Aufwind unter verschwörungsgläubigen und rechten Zuhörer*innen. Auf Telegram propagierte Naidoo antisemitische Verschwörungsmythen wie z.B. von “Kinderblut trinkenden geheimen Mächten”, die in aktueller Version im „QAnon“-Verschwörungsmythos aufgegangen sind und von Angeklagten im aktuell laufenden Reichsbürger*innen-Prozess gegen rechte Polizisten, Ex-Soldaten und Politiker*innen aus AfD und dieBasis im „Querdenken“-Umfeld verbreitet wurden.

Der Weg zu „Rapbellions“ war damit für Xavier Naidoo „(k)ein leichter“ aber politisch naheliegender z.B. mit einem gemeinsamen Musikvideo, in dem ein explodierendes Impfzentrum und Gewalt gegen einen Mitarbeiter gezeigt wird. Immernoch wird Xavier Naidoo auf der Webseite von „Rapbellions“ aufgeführt, als wenn es keine Distanzierung von ihm gegeben hätte. “Ein glaubwürdiger und vorallem konsequenter Ausstieg und Bruch mit der verschwörungsideologischen, rechten Szene sieht anders aus”, meint Kim Fedders vom Hamburger Bündnis gegen Rechts.

„Wer so agiert, hat entweder wenig Expertise bezüglich Verschwörungsideologien oder verbreitet mutwillig Desinformation mit scheinbar kommerziellen Absichten, um sich die Taschen voll zu machen und die Gesellschaft zu spalten” ergänzt Kim Fedders vom Hamburger Bündnis gegen Rechts weiter.

Auf dem offiziellen „Rapbellions“-Kanal wird auch die neonazistische “COMPACT-Magazin GmbH” von dem Unternehmer Jürgen Elsässer beworben, der samt seiner Mitarbeiter, u.a. dem ehemaligen AfD- Politiker André Poggenburg und dem ehemaligen NPD-Politiker Thorsten Thomsen, diese Woche Ärger mit dem Bundesinnenministerium bekamen. Nach vielen Jahren des ungestraften Verbreitens neonazistischer Propaganda, verschwörungsideologischer Desinformation und der Ankündigung des politischen Umsturzes durch den „COMPACT“-Chef Jürgen Elsässer höchstpersönlich wurde das rechte Propaganda-Unternehmen schließlich am 16.7.2024 verboten.

„Ukvali“ aus dem „Rapbellions“-Team bewarb auf Telegram sogar einen der größten Neonazi-Aufmärsche Deutschlands in Dresden 2023. Im März 2024 bewarb die Künstlerin „Runa“ aus dem Umfeld des Neonazi-Projekts „Neuer Deutscher Standard” auf Instagram eine angekündigte Kollaboration mit den „Rapbellions“-Rappern „Lapaz“, „Goethe“ und „Buztek“, die nun im Angel Klub auftreten sollen.

“Für uns ist es nicht hinnehmbar, dass rechtem Verschwörungsrap eine Bühne in Hamburg geboten wird. Wer unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit antisemitische, rassistische und andere menschenfeindliche Propaganda verbreitet, bereitet den Nährboden für rechte Angriffe. In Zeiten des Erstarkens rechter und rassistischer Parteien und Bewegungen gehören solche Inhalte zum Schutz von Jugendlichen ggfs. auf den Index, aber keinesfalls auf Bühnen vermeintlich weltoffener Clubs”, kritisiert Kim Fedders vom Hamburger Bündnis gegen Rechts.

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts fordert gemeinsam mit  anderen Vertreter*innen der Hamburger Kulturszene die Verantwortlichen im Angel Klub auf, die rechte und verschwörungsideologische Rap-Veranstaltung mit der Gruppe „Rapbellions“ ersatzlos abzusagen. Außerdem fordert das Hamburger Bündnis gegen Rechts den Angel Klub auf, politische Konsequenzen zu ziehen und sich mit politisch versierten Expert*innen zur rechten Musik-Szene weiterzubilden, damit sich derartige Skandale im Angel Klub nicht nochmal wiederholen.

 

Erstunterzeichnende:

Hamburger Bündnis gegen Rechts
Keine Bühne für Nationalist*innen

Dr. Thorsten Hindrichs, Musikwissenschaftler

Am 03.08.2024 ist in Hamburg mit einer rechten Rap-Veranstaltung der „Rapbellions“ zu rechnen. Achtet auf Ankündigungen!

[1] https://www.hbgr.org/7426-offener-brief-des-hamburger-buendnis-gegen-rechts-fordert-absage-der-rechten-rap-veranstaltung-von-rapbellions-im-angel-klub
[2] https://taz.de/Rapbellions-treten-in-Hamburg-auf/!6021070/
[3] https://www.abendblatt.de/hamburg/kultur/article406874492/nach-protest-club-auf-st-pauli-sagt-rechtes-rap-konzert-ab.html

9.9.2023 Rechtsrock-Konzert in Giesensdorf (Brandenburg) in Planung

Für den 9.9.2023 ist in Brandenburg ein Dorffest mit anschließenden Livebands im kleinen Ort Giesensdorf (Tauche) auf dem Sportplatz angekündigt – darunter eine Rechtsrock-Band.

Bei einer der Bands handelt es sich um “Gehasst – Verdammt – Vergöttert”, die personell aus bekannten Neonazis besteht und seit Jahren getarnt als Onkelz-Coverband auftritt.
Das Recherche-Netzwerk Exif Recherche berichtete 2018 über die Band:

RechtsRock und Hitlergrüße am Ostseestrand
8. August 2018

Wie sozialen Netzwerken zu entnehmen ist, fand am vergangenen Samstag,
den 4. August 2018, in der Ostseestrandbar „Na’bitte“ in Dahme
(Schleswig-Holstein) ein öffentlich beworbenes Neonazikonzert statt. Die
Mitglieder der Band sind allesamt bekannte Neonazis, die auch in anderen
Rechtsrock-Bands spielen: Marco Eckert, «Combat 18»-Mitglied aus Grube
in Ostholstein und Musiker der C18-Band «Oidoxie» spielt an der Gitarre,
am Schlagzeug sitzt Falk Pirnke aus Nordkirchen, ehemaliges Bandmitglied
von «Oidoxie». Frontmann der Band ist Patrick Janssen aus Potsdam, der
als Sänger der neonazistischen Band «Faust» bekannt ist. Am Bass findet
sich Dirk Mewis aus Wismar, der zugleich Mitglied der Band «Vidar» ist.

Die Band «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» versucht sich in sozialen Medien
als unpolitisch darzustellen um so ein größtmögliches Publikum zu
erreichen. Für ihre Auftritte greifen sie dennoch gerne auf ihr
Neonazinetzwerk zurück.[1]

Für den 9.9.2023 wird in Giesensdorf bei Tauche auf dem Sportplatz am Weinberg das nächste Konzert der Rechtsrock-Band “Gehasst – Verdammt – Vergöttert” beworben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bereits Anfang August traten die Neonazis am 5.8.2023 bei einem getarnten Auftritt als Onkelz-Coverband in Ostfriesland unter dem Namen “Viva los Tioz” auf, berichtet Recherche Nordwest.

Gegen 22 Uhr wurde dann die Band Viva Loz Tios angekündigt. Bei den Mitgliedern der neuen Onkelz-Cover-Band handelte es sich allerdings um keine Unbekannten (siehe Video). Auf der Bühne standen der Gitarrist Marco Eckert von der Band Gehasst-Verdammt-Vergöttert und der C18-Band Oidoxie. Auch der Sänger der angeblich neuen Band Viva Loz Tios ist kein Unbekannter, sondern Patrick Janssen, der ja bereits als Sänger von Gehasst-Verdammt-Vergöttert und der neonazistischen Band Faust in Erscheinung trat.[2]

Im organisatorischen Neonazi-Umfeld des Auftritts auf dem Gelände des Lohnunternehmens Friedrich Voß in Canum fielen sowohl die Veranstalter, der Sanitätsdienst und die Sicherheitsfirma mit Verbindungen zum internationalen Netzwerk der “Hammerskins” und weiteren einschlägig bekannten Neonazi-Strukturen auf. Im letzten Jahr war die Band bereits unter ähnlichen Bedingungen in Canum aufgetreten ohne dass dies die Gemeinde und Sicherheitsbehörden beunruhigt hätte.[2,3]

Obwohl der Auftritt der Neonazi-Band auf dem Sportplatz Giesensdorf seit Mai öffentlich bei Facebook beworben wird, ist bisher keine Reaktion seitens der Gemeinde auf das Rechtsrock-Konzert zu vernehmen. Vor wenigen Wochen kamen am 18.8.2023 bereits etliche Neonazis zur Beerdigung des verstorbenen Neonazis Christan Dürre in Beeskow zusammen, der Mitglied der Rechtsrock-Bands “Die Lunikoff Verschwörung”, “Frontfeuer”, “Uwocaust” und “Radikahl” gewesen ist.[4]

Um ein erneutes Neonazi-Treffen in Brandenburg auf einem Dorffest mit vermeintlich unpolitischen Rechtsrock-Bands zu verhindern, fordern wir deshalb die Absage der Band.

Artikel wird ggfs. um weitere Informationen ergänzt.

[1] https://exif-recherche.org/?p=5177
[2] https://recherche-nordwest.de/rechtsrock-konzert-canum-05-05-2023-teil-1/
[3] https://kbfn.noblogs.org/5-8-23-krummhorn-neonazi-party-von-antifas-gestoert/
[4] https://www.recherche-nord.com/gallery/2023.08.18.html

Offener Brief an die Friedrich Voß GmbH & Co KG, Krummhörn wegen Rechtsrock-Veranstaltung

Offener Brief an die Friedrich Voß GmbH & Co KG, Krummhörn wegen Rechtsrock-Veranstaltung

Sehr geehrte Frau Maike Klaassen, sehr geehrter Herr Friedrich Voß,

als Zuständige der Friedrich Voß GmbH & Co KG sehen wir Sie in der Verantwortung für das, was auf Ihrem Firmengelände in der Krummhörn geschieht.
Aus sozialen Medien haben wir von einem geplanten Rechtsrock-Konzert erfahren, welches am 5. August in Ihrer Lagerhalle stattfinden soll, so dass dieser Sachverhalt reges öffentliches Interesse in den Medien und der Lokalpolitik erweckt hat.[1]

Nach weiteren Recherchen wurde ersichtlich, dass die Veranstalter denen Sie die Räumlichkeit überlassen der rechten Szene zuzuordnen sind und darüber hinaus im Rechtsrock-Geschäft keine Unbekannten sind. Es ist bei weitem kein Zufall, dass (internationale) rechte Szene-Netzwerke wie “Blood & Honour”, “Hammerskins” etc. die Finanzierung ihrer (Band-)Strukturen in Deutschland über vermeintlich unpolitische Partys und Tarn-Konzerte z.B. mit Onkelz-Coverbands verschleiern oder diese entweder gänzlich konspirativ oder in einschlägigen Räumlichkeiten durchführen.

Weniger typisch ist, dass diese ganz offen auf Plakaten und im Internet mit einer Band aus dem neonazistischen Spektrum werben. Diese Selbstsicherheit könnte allerdings darin begründet sein, dass die selben Veranstalter bereits am 6.8.2022 ein Rechtsrock-Konzert in Ihrer Lagerhalle mit einer der Bands ohne Widerstand durchführen konnten. Dabei war nicht nur bemerkenswert, dass die Veranstaltungsstruktur größtenteils aus Personen bestand, die der rechten Szene zugehörig sind. Der Abend war auch dadurch geprägt, dass ca. 200 Personen einer Onkelz-Coverband aus Neonazi-Kreisen zujubelte und eine Person unseres Erachtens nach den Hitlergruß zeigte, wie auf einem Video zu sehen ist.[1]

Eingesetzt war im letzten Jahr zudem ein Sanitätsdienst, der seit vielen Jahren auf Rechtsrock-Konzerten und Neonazi-Demonstrationen tätig ist und sich nach unseren Recherchen für den 5.8.23 wieder bei Ihnen angekündigt hat. Auch das Sicherheitspersonal des Abends war personell laut übereinstimmender Quellen in der Vergangenheit mit den international agierenden “Hammerskins” und “Blood & Honour” verbunden.[2]

So ist es alles in allem sicher kein Zufall, dass für den kommenden Samstag u.A. eine Onkelz-Coverband angekündigt war, deren Mitglieder seit Jahren in weiteren einschlägigen Rechtsrock-Bands organisiert sind und laut Szenekundigen und Sicherheitsbehörden personelle Verbindungen zu der 2020 verbotenen Neonazi-Organisation “Combat 18” aufweisen. Diese Auffälligkeiten sind genug Indiz für die politische Ausrichtung derartiger Rechtsrock-Veranstaltungen ganz unabhängig welche Bands am Ende auftreten sollen. Ein kurzfristiger Bandwechsel nach öffentlicher Kritik an Neonazi-Hintergründen darf daher nicht darüber wegtäuschen, welches politische Milieu weiter unterstützt werden würden, indem Sie die Räumlichkeiten für so eine Veranstaltung bereitstellen, die Gäste im Vorverkauf die Möglichkeit bot, Tickets für die Rechtsrock-Band aus dem “Combat 18”-Umfeld zu erwerben.[3,4]

Da Sie nach unserem jetzigen Kenntnisstand an der Veranstaltung festhalten wollen, müssen wir davon ausgehen, dass Ihnen die politischen Hintergründe einer rechten Veranstaltung auf Ihrem Firmengelände bisher wenig Sorge bereiten. Diesbezüglich ist uns aufgefallen, dass Frau Klaasen im letzten Jahr im Vorfeld der Veranstaltung bei Facebook selbst ein Video geteilt hatte, auf dem die erwähnte Rechtsrock-Band abgebildet war und auf Ihrer Facebook-Seite nun von einer “unpolitischen” Veranstaltung die Rede ist, was angesichts unserer Erkenntnisse und jüngsten Presseberichten zu den Neonazi-Strukturen im Hintergrund nicht zutrifft. Eine deutliche Stellungnahme blieb leider bisher von Ihrem Unternehmen aus. So hinterlässt Ihre derzeitige Reaktion auf die Veranstaltung einen faden Beigeschmack hinsichtlich der politischen Brisanz für Ihr als “freundlich und hilfsbereit” bekanntes Unternehmen.[5,6]

Da Ihr Unternehmen mit der Erlaubnis für die Durchführung der hiesigen Veranstaltung an rechte Veranstalter nicht nur zum Erstarken der regionalen rechten Szene in Ostfriesland sondern auch zur Finanzierung überregionaler Neonazi-Strukturen beitragen könnte, fordern wir Sie hiermit auf, die Konzertveranstaltung auf Ihrem Firmengelände endgültig zu untersagen und die bisherigen problematischen Entwicklungen mit Hilfe fachkundiger Expertise im Bereich Rechtsrock und Neonazismus aufzuarbeiten.

Mit freundlichen Grüßen
Keine Bühne Für Nationalist*innen

[1] 5.8.23 Krummhörn – Geplante Neonazi-Party mit der Band “Gehasst-Verdammt-Vergöttert” von Antifas gestört https://kbfn.noblogs.org/5-8-23-krummhorn-neonazi-party-von-antifas-gestoert/
[2] Konzert am Wochenende Warum wurde das Rechtsrock-Konzert in der Krummhörn genehmigt? https://www.oz-online.de/artikel/1389652/Warum-wurde-das-Rechtsrock-Konzert-in-der-Krummhoern-genehmigt
[3] Rechtsrock und Hitlergrüße am Ostseestrand https://exif-recherche.org/?p=5177
[4] 02.08.2023 Rechtes Konzert Gehasst, verdammt, verkalkuliert in der Krummhörn https://www.oz-online.de/artikel/1390110/Gehasst-verdammt-verkalkuliert-in-der-Krummhoern
[5] 01.08.2023 Neonazis agieren im Hintergrund Rechtsrock-Konzert in der Krummhörn https://www.oz-online.de/artikel/1389629/Rechtsrock-Konzert-in-der-Krummhoern
[6] 02.08.2023 Streit um Rechtsrock-Konzert in der Krummhörn https://www.ndr.de/ndr1niedersachsen/Streit-um-Rechtsrock-Konzert-in-der-Krummhoern,audio1435964.html