15.02.20 Rollt Neumünster dem neonazistischen Terrornetzwerk Combat 18 den roten Teppich aus?

Rollt Neumünster dem neonazistischen Terrornetzwerk Combat 18 den roten Teppich aus?

Ein besonderes Schauspiel erwartet am 15.02. Neumünster. Dort plant die Combat 18-Band “Oidoxie” in der Titanic eine öffentliche Konzertveranstaltung.[1]
Auftreten soll als Support “Karin Mundt”, die regelmäßig in der NPD-Gaststätte Titanic auftritt, so z.B. am 16.11.2019 mit “Flak” und am 09.03.2019 mit dem einschlägig bekannten “Liedermacher Griffin”, David Allen Surrette.[2,3]

Da Combat 18 vor wenigen Wochen verboten wurden, ist ein Auftritt der Combat-18-Band in Neumünster zur Vernetzung bestens geeignet. Die neonazistische Band “Oidoxie” huldigt in ihren Liedern nicht nur offen Combat 18  sondern Mitglieder der Band, allen voran Marko Gottschalk und Marco Eckert sind seit langem in Combat 18-Strukturen aktiv.[4]

Combat 18 (=Kampftruppe Adolf Hitler) zählt zum militanten, bewaffneten Arm der 2000 verbotenen, internationalen Blood & Honour-Bewegung. Nicht nur in Schleswig-Holstein ist Combat 18 auch nach dem Verbot von Blood & Honour aktiv gewesen, z.B. in Pinneberg und Ostholstein. Bis heute ist nicht nachvollziehbar, dass Combat 18 ganze 20 Jahre lang von den Behörden verschont blieben.[5,6]

Der Bezug zu Combat 18 wird im folgenden Textauszug von Oidoxie deutlich:
(…) Combat 18, Hail to Combat 18, hail to Combat 18, hail to the terrormachine.”

Sonst zeigt die Band deutlich, wie sie zum zweiten Weltkrieg stehen:
“Heute werden sie als Verbrecher beschimpft. Doch tote Helden können sich nicht wehren. Um diese Verräter werden wir uns schon kümmern. Und euch in alle Ewigkeit ehren.
Ruhm und Ehre der deutschen Wehrmacht. Wir gedenken den besten Soldaten der Welt.”

In einem ausländerfeindlichen Song singen Oidoxie:
“Ich sage euch: Macht ihnen den Gar aus. Und deshalb fordern wir: Kriminelle Ausländer raus”.

Die Taz berichtete: “Im illegalen Neonazi-Video „Kriegsberichterstatter“ covert „Oidoxie“ das verbotene „Hakenkreuz“-Lied: „Hängt dem Adolf Hitler den Nobelpreis um (…) hisst die rote Fahne mit dem Hakenkreuz“. Auf dem Video sind, unterlegt mit Rechtsrock, auch Erschießungen von Schwarzen und Juden sowie Karikaturen von der Ermordung Behinderter zu sehen.”[7]

Insgesamt wurden bereits mehrere Alben indiziert, was die Band allerdings nicht von ihren Auftritten abhält. Beim NPD-Sommerfest 2019 in Grevesmühlen wurde der Auftritt der Band “Oidoxie” allerdings frühzeitig beendet, da die Band indizierte Lieder gespielt hatte und dies der anwesenden Staatsgewalt aufgefallen war.[8]

“Oidoxie-Sänger “Marko Gottschalk aus Dortmund wird seit Jahren als Führungsfigur von Combat 18 eingeordnet. Ihm wurden zahlreiche Kontakte in die neonazistische Szene nachgewiesen, z.B. zu Combat 18 Skandinavien und dem zu der Oidoxie Streetfighting Crew zugehörigen Robin Schmiemann, der nach dem Lübke-Mord öffentlich für Combat 18 in Erscheinung getreten ist und Journalisten bedrohte. Robin Schmiemann war darüber hinaus durch eine intensive Brieffreundschaft mit der NSU-Terroristin Beate Zschäpe aufgefallen als sie im Gefängnis saß.[9]

“Oidoxie”-Gitarrist Marco Eckert aus Grube, Ostholstein spielte neben “Rassenhass”, “Words of Anger” und weiteren Szenebands auch seit 2016 bei der Band “28 – Gehasst, Verdammt, Vergöttert”, die nicht zufällig das Kürzel “28” für Blood & Honour im Symbol trägt und gänzlich aus bekannten Neonazis besteht. Als schlecht getarnte Böhse Onkelz-Coverband konnte “28 – Gehasst, Verdammt, Vergöttert” 2018 in der Ostsee-Strandbar “Na´ bitte” in Dahme, Ostholstein ein genehmigtes Konzert durchführen, bei dem zahlreiche Neonazis und Bandidos-Rocker, wie Lars Bergeest aus Cismar unbehelligt von der Polizei feiern und sich vernetzen konnten.[10]

In den Jahren zuvor spielte die Band “28 – Gehasst, Verdammt, Vergöttert” mehrfach in Schleswig-Holstein, so z.B. am 05.08.2017 in Dahme und anderen Orten in Ostholstein oder in Todesfelde, wo es früher bereits einschlägige Rechtsrock-Konzerte gegeben hatte.

Die Verbindung zu rechten Szene-Bands und Rocker-Strukturen besteht in Neumünster nicht erst seit kurzem. Mitunter ist das Chapter “Bandidos Northgate” aus führenden Neonazis aufgebaut worden. Die Titanic Neumünster wird von Behörden seit mind. 2006 als wachsende Konkurrenz des Club88 und nach seiner Schließung 2014 als neuer Anlaufpunkt in Neumünster eingeschätzt. Das Bandidos-Clubheim in Wahlstedt wurde in der Vergangenheit ebenfalls Austragungsort von Neonazi-Konzerten.[11]

Die NPD Mittelholstein, zu der Horst Micheel als Inhaber der Titanic ebenso gehört, verkündet heute bei Facebook, die “Nationalisten aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark” sollen “ihre Solidarität unter Beweis stellen und mutig anreisen” und droht Antifaschist*innen mit deutlichen Worten: “lasst die Linken (…) ruhig demonstrieren, jetzt können sie es noch aber die Zukunft wird restlos uns gehören!”

Der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie der Stadt Neumünster verlangte am Montag ein Auftrittsverbot für die Band „Oidoxie“ und die Kündigung der Geschäftsräume durch den Vermieter. Weitere Aktionen wurden angekündigt.[12,13]

Das Freie Radio Neumünster hat in einem Interview mit einer Person aus dem Organisationskreis der Proteste gesprochen.[14]

Im Netz wird für Samstag zu einer antifaschistischen Demonstration und mehreren Kundgebungen im Umfeld der Titanic Neumünster aufgerufen:

15.02.2020 17:00 Uhr Bahnhof/Postparkplatz „Combat 18“ zerschlagen – Oidoxie-Konzert in der „Titanic“ Neumünster verhindern!
15.02.2020 18:00 Uhr Ecke Walter-Hohnsbehn-Straße, Goebenstraße „Schöner Leben ohne Naziläden. Für mehr Eisberge. ‚Combat 18‘ zerschlagen“

Im Anschluss Konzert in der AJZ Neumünster (Friedrichstraße) mit The Detectors und Frevel.[15]

Weitere Informationen:

[1] https://www.antifa-kiel.org/events/combat-18-zerschlagen-oidoxie-konzert-in-der-titanic-nms-verhindern/
[2] https://kbfn.noblogs.org/16-11-19-erneut-rechtsrock-in-der-titanic-neumunster/
[3] https://kbfn.noblogs.org/9-3-19-rechtsrock-in-der-titanic-neumunster
[4] https://exif-recherche.org/?p=4399
[5] https://www.antifainfoblatt.de/artikel/combat-18-pinneberg
[6] https://www.antifainfoblatt.de/artikel/ermittlungen-gegen-combat-18-pinneberg
[7] https://taz.de/!530169/
[8] https://taz.de/Sommerfest-der-NDP-in-Grevesmuehlen/!5620633/
[9] https://exif-recherche.org/?p=6351
[10] https://exif-recherche.org/?p=5177
[11] https://www.antifainfoblatt.de/artikel/bandidos-schleswig-holstein-ein-88-club
[12] https://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/runder-tisch-verlangt-auftrittsverbot-fuer-neonazi-band-in-der-gaststaette-titanic-id27335127.html
[13] https://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/grossdemo-gegen-rechtsrock-in-neumuenster-jetzt-angemeldet-id27345212.html
[14] https://freiesradio-nms.de/2020/antifaschistische-gruppen-mobilisieren-zur-grossdemonstration-in-neumuenster/
[15] https://www.facebook.com/events/597841207615336/

07.02.2020 Kiel, Schaubude: Absturtz Album-Release: Alles bleibt anders

Die Deutschpunk-Band Absturtz aus Dithmarschen bringt im Februar ihr neues Album raus. Neben diesem haben sie noch die beiden Kultbands Abbruch und Wegbier im Gepäck.

Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr

Im Anschluss Aftershowparty mit DJ Tofuwabohu (Punk/ HC/ Ska/ Politrap)

Vorverkauf: https://www.tixforgigs.com/Event/33610
Facebook: https://www.facebook.com/events/614827072610942/
Web: kbfn.noblogs.org/release-absturtz-alles-bleibt-anders

Infos:

Absturtz:
Seit der Gründung im Jan. 2000 erfolgten 3 Wechsel an der Bassgitarre und zuletzt, 2016, vollzogen wir einen Wechsel am Schlagzeug und bekamen Zuwachs von Hanjo, der dieses übernommen hat und sind somit erstmals zu viert unterwegs. Neben Touren im deutschsprachigen Raum ( D, AT, CH ), Gigs in Spanien und Tschechien, tourten wir zwei Mal durch Asien ( 2014: Indonesien, Malaysia; 2017: Indonesien, Philippinen, Thailand ).

https://dmbrecords.ch/absturtz-de.html

Wegbier:
Wir sind Wegbier aus Aachen.
Seit der Gründung im September 2012 touren wir durch ganz Deutschland und haben sehr viele tolle Menschen kennen gelernt. Liebe Grüße 🙂
Jetzt zu uns. Unser Name lässt vermuten, dass wir die ganze Zeit nur saufen, aber wir rauchen auch. ;D
Punk-Rock mit Exkursen, so könnte man unseren Stil beschreiben. Durch viele verschieden Einflüsse, kannn es schon mal schnell passieren, dass wir Jazz oder Hip-Hop mit Punk-Rock mischen. Natürlich stehen die harten Töne bei uns im Vordergrund, aber manchmal muss man eine Ballade oder ein Schnulze schreiben, um wieder vollgas geben zu können. Wir durften schon mit Bands spielen wie : Die Kassierer, Slime, Wilde Zeiten, Excrementory Grindfuckers, Swiss und die Anderen uvm. Zu dem durften wir als Headliner von der kleinen Bühne beim Punk im Pott 2017 spielen.
Aktuell nehmen wir unser neues Album auf, welches Voraussichtlich Anfang 2020 veröffentlicht wird.
Wir wünschen euch noch einen schönen Tag.
Auf ein Bier ! 😀

http://www.wegbier-band.de/

Abbruch:
Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit im Jahre 1996 in einem weit entfernten Lande namens Brandenburg. Das Geschwisterpaar Daniel und René B. entdeckte die Musik für sich und begann zunächst klassische Instrumente wie Orgel, Klavier und Flöte zu meistern. Doch die wahre Kunst der Musik entdeckten sie erst im Jahre 2001, als sie die mystischen zwei Saiteninstrumente, genannt Bass- und Elektronikgitarre, erblickten.
Von nun an spielten sie mit den fahrenden Musikanten von „Fatum“ ein paar fröhliche Minnesänge.
Es betrug sich zu ungefähr der Zeit, in der die braven Geschwister die Orgel erlernten, als in der nicht sehr weit entfernten Burg Erkner der holde Jüngling Brille die Kunst des rhythmischen Schlagwerkes erforschte. Auch Jüngling Brille schloss sich einer Kapelle an. Jedoch erfüllte ihn die Kunst mit der Kapelle „Beidseitig Klebend“ nicht. Und auch das Geschwisterpaar trennte sich von „Fatum“.
An einem schicksalhaften Abend begegneten sich die drei in einer Dorfschenke und beschlossen, von nun an gemeinsam die Völker zu unterhalten. Es galten Missstände im Kaiserreich und über die Grenzen hinaus anzuprangern, sowie über Gefühle und erheblichen Spaß zu singen.
Auf ihrer langen Reise durch die Lande trafen sie so manch munteren Musikanten. Derzeit ist das kleine Orchester mit zwei Blechblasflötenspielern und einer Fidel unterwegs sowie stets wechselnden Schlüsselbrettklimperern.
Lord Chris zu Wolf bedient die Trompete, Henne van Verpoorten die Posaune und Missi „Geigeristin“ Sarah die Geigeline. Im Jahre 2009 erblickete unter dem Titel „Einfach nur Musik“ eine zusammenfassende Aufzeichnung der gesammelten Werke der Musiker das Licht der schnöden Welt. Da nicht die komplette Spanne der Werke Platz auf dieser einen Aufzeichnung fand, folgte im Jahre 2011 eine neue Anhäufung weiterer Werke unter dem Titel “Aus dem Keller…”.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann beschallen sie die Völker noch heute.

http://www.abbruch-records.de/

05.12.2019 Husum – Infoveranstaltung: Jugendkultur und rechter Lifestyle

Jugendkultur und rechter Lifestyle – ein Streifzug von Rechtsrock bis in vernetzte Szene-Welten beginnend in den 80er-Jahren bis heute

Was tun, wenn…

– diskriminierende Ressentiments zunehmend Zustimmung in der Bevölkerung finden?
– die Anzahl an Rechtsrock-Konzerten bundesweit und in Schleswig-Holstein zunimmt?
– Böhse Onkelz und Frei.Wild in Schleswig-Holstein auftreten und es zu neonazistischen Entgleisungen kommt?
– antifaschistische Kulturschaffende, Initiativen und Vereine durch den Kulturkampf von rechts bedroht sind?
– neonazistische Tendenzen in Kunst, Kultur, Politik und der Gesellschaft nicht mehr zu übersehen sind?

Wie kommt es zu diesen besorgniserregenden Entwicklungen?
Was kann eine Antwort darauf sein?

Diese und weitere Fragen erörtern die Referenten am 05.12. im Speicher Husum.

Jörg Welser ist Jugendsozialarbeiter und Historiker. In seiner Vergangenheit war er undercover in der Neonazi-Szene unterwegs. Dazu ist er Mitbegründer von „Cable Street Beat – strictly antifascist” einem kulturellen Netzwerk, welches seit den 90er Jahren besteht. Als freier Bildungsreferent, in der Sozialarbeit und als Historiker klärt Jörg über die rechte Szene in allen Bereichen auf.

Nico Rabolti ist ebenfalls Historiker, Sozialarbeiter und freier, politischer Bildungsreferent. Er ist Teil der Sozialistischen Kultur-Arbeit Gütersloh (SKA), die sich seit 1988 an politischen und sozialen linken Bewegungen und Projekten beteiligt. Nico ist seit vielen Jahren in der antifaschistischen Bildungsarbeit und der Unterstützung von Geflüchteten aktiv.

Eine Veranstaltung des Bündnis gegen Rechts Nordfriesland (BgR-NF) in Kooperation mit dem Bündnis Keine Bühne Für Nationalist*innen und dem Speicher Husum.

Ort: Speicher Husum, Hafenstraße 17, 25813 Husum
Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr

Eintritt gegen Spende

https://www.facebook.com/events/512624429322265/

16.11.19 Erneut Rechtsrock in der Titanic Neumünster

Am 16.11.2019 ist in der Neonazi-Kneipe Titanic in Neumünster erneut ein Rechtsrock-Konzert angekündigt.

Auftreten sollen lt. einem in verschiedenen Netzwerken kursierenden Plakat Flak, Karin Mundt und der Liedermacher Tobias/ Bienenmann.[1]

Über Flak berichtete Blick nach Rechts kürzlich ausführlich.[2]
Phillip Neumann (FLAK) wird der NPD-Jugend JN zugeordnet und spielte Anfang November ein von den Hammerskins organisiertes Konzert sowie beim JN-Bundeskongress am 9.11. diesen Jahres.
Tobias Winter, der als Bienenmann oder wahlweise Liedermacher Tobias auftritt, war unter anderem 2014 bei einem Neonazi-Konzert in Thüringen aufgetreten, angekündigt als „Balladenabend zu Ehren von Ralf Wohlleben“, zu dem er mehrfach enge Kontakte pflegte. Ebenfalls pflegte er Verbindungen zu Blood&Honour.[3]

Zuletzt wurde am 9.3.19 auf ein geplantes, konspiratives Solidaritäts-Konzert in der Titanic mit dem Liedermacher “Griffin” und Karin Mundt aufmerksam gemacht[4], welches zumindest in Folge des Protestes gegen das geplante Konzert auch Vertreter des Landtages auf den Schirm rief und zu der Aussage hinreißen ließ:

“Die Landesregierung muss offener mit dem Problem umgehen, wenn sie das Vertrauen der Bevölkerung in dieser Sache nicht verspielen will. Erst dadurch, dass die Konzerte oft unter der Wahrnehmungsschwelle stattfinden, können sich Rechte in Schleswig-Holstein so gut vernetzen.”

Trotz deutlicher Beteuerungen ist in Neumünster bislang nichts dergleichen geschehen.[5]
Dabei ist die Titanic schon im Verfassungsschutzbericht 2006 als ernstzunehmende Konkurrenz für den damals noch existierenden Club 88 erwähnt worden. 13 Jahre später befindet sich der Wirt Horst Micheel für die NPD in der Ratsversammlung und anschließend in der Titanic hinterm Tresen, um seiner Gefolgschaft einen Ort für die Vernetzung und Organisation zu bieten.

Im Umfeld der Titanic organisierte Neonazis, wie z.B. “Nordic Division”-Mitglied Marcel Steenbuck aus Sülfeld sind in letzter Zeit auffällig geworden, indem sie in der neu gegründeten Gruppe “Aryan Circle” um Bernd Tödter im Raum Bad Segeberg durch gewaltsame Übergriffe agierten. Marcel Steenbuck wurde zur Demonstration gegen die Neonazi-Kneipe Titanic im Dezember 2018 vor der Gaststätte entdeckt, sowie beim Wahlkampfabschluss der NPD in Neumünster bei einem Infostand gesehen. An einer NPD-Kundgebung am Hauptbahnhof Neumünster im August hat er ebenfalls teilgenommen. Zusammen mit anderen Mtgliedern des Aryan Circle führte er im  selben Monat ein Gedenken an den NS-Kriegsverbrecher Rudolf Heß in Bad Segeberg durch. [6, 7]

Hier zeigt sich erneut, wie eng die von der NPD geleitete Gaststätte in Neumünster mit der weiteren, neonazistischen Szene in Schleswig-Holstein und darüber hinaus vernetzt ist.

Nach dem Beginn der Kampagne “Titanic versenken – Nazikneipen dichtmachen!” haben bereits Sponsoren ihre Werbung an der Gaststätte entfernen lassen, viele Künstler*innen haben ihre Auftritte abgesagt und die Kampagne zur Schließung wird weiterhin zahlreich unterstützt.[8]

Die Stadt bleibt ihre Reaktion noch schuldig.

Wir kommen daher nicht umhin, uns ausgerechnet im Monat der sich jährenden Reichsprogromnacht für eine Untersagung des Rechtsrock-Konzertes in der NPD-geführten Kneipe Titanic und für ihre Schließung einzusetzen.

[1] https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/braune-kl-nge-in-der-titanic
[2] https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/international-vernetzter-brauner-liedermacher
[3] https://thueringenrechtsaussen.wordpress.com/2015/02/24/unscheinbar-umtriebig-tobias-winter-alias-bienenmann-unterwegs-im-europaweiten-blood-honour-netzwerk/
[4] https://kbfn.noblogs.org/stellungnahme-kein-rechtsrock-in-neumunster-titanic-konzert-am-9-3-untersagen/
[5] eisberge.blogsport.eu/?page_id=548
[6] https://kbfn.noblogs.org/dieter-schonfeld-raumt-das-hak-jetzt-gibts-nazis-in-der-stadt/
[7] https://taz.de/!5555996/
[9] http://eisberge.blogsport.eu/?p=521

„Dieter Schönfeld räumt das HaK, jetzt gibt’s Nazis in der Stadt!“

„Dieter Schönfeld räumt das HaK, jetzt gibt’s Nazis in der Stadt!“

Besser könnte die Kritik an der Verhinderung antifaschistischer Jugendkulturarbeit durch die Räumung des Jugendkulturzentrums HaK (Hotel am Kalkberg) vor 7 Jahren nicht zusammengefasst werden.
Die Kriminalisierung und Verdrängung antifaschistischer Kulturarbeit führt zum Erstarken rechter Strukturen, die auf dem Nährboden ausbleibender Kultur- und Bildungsarbeit gedeihen können.

Die aktuellen Entwicklungen in Bad Segeberg und Sülfeld, wo sich eine agressive Gruppe Neonazis um den mehrfach vorbestraften Bernd Tödter als “Aryan Cirle” zusammengeschlossen haben und seitdem die Bevölkerung durch Übergriffe und neo-faschistische Propaganda terrorisieren, haben überregional für Entsetzen gesorgt. Diese Mobilmachung wird in Segeberg nicht hingenommen. [1,2]

Das wurde von etwa 1500-2000 Personen aus ganz Norddeutschland am letzten Wochenende ausdrucksvoll und deutlich zur Schau gestellt.[3]

In einem Redebeitrag der Demonstration heißt es auszugsweise:

“Wie wichtig antifaschistische Jugendarbeit ist, sieht man sehr deutlich dort, wo sie nicht mehr stattfinden kann und Neonazis versuchen, junge Menschen auf den Straßen und an den Schulen zu rekrutieren und das nicht nur im Osten.
Die Stadtvertretung hat seinerzeit alles dafür getan, dass das HaK geräumt und abgerissen wird und damit der antifaschistischen Jugend in Bad Segeberg den Boden unter den Füßen weggerissen – aber wir sind noch da.”

Im Vorfeld kam es zu mehreren Vorfällen und gewaltsamen Übergriffen, es wurden Menschen attackiert, weil sie Neonazi-Aufkleber entfernen wollten. Andere wurden bedroht, eingeschüchtert, oder ihnen die Reifen zerstochen. [4]
Die Demonstration gegen rechts blieb friedlich, eine vom Umfeld des Aryan Circle angemeldete Gegendemonstration wurde angesichts des 9. Novembers nicht zugelassen. Als eine Gruppe Neonazis dennoch auftauchte, gab es für diese 11 Platzverweise und eine Festnahme.
Am Abend der Demonstration, gab es zudem noch eine Schlägerei unter den Neonazis wodurch ein Mitglied des Aryan Circle wohl verletzt ins Krankenhaus musste.[5]

Die bisherigen, aktuellen Höhepunkte einer rechten Formierung, die sich offenbar einen Namen machen möchte und dafür auch vor körperlicher Gewalt unter ihresgleichen nicht zurückschreckt.

Nun ist es an den Betroffenen und der Solidarität der antifaschistischen Bevölkerung, sich gegen die Neonazis zu organisieren und diesen keinen Raum in ihrer Stadt zu überlassen.

Nie wieder Faschismus!

[1] https://exif-recherche.org/?p=6428
[2] https://taz.de/Neonazi-mobilisiert-in-Bad-Segeberg/!5628764/
[3] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Bad-Segeberg-1500-Menschen-bei-Demo-gegen-Rechts,demogegenrechts108.html
[4] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Suelfeld-Protest-gegen-Neonazis,suelfeld116.html
[5] https://www.kn-online.de/Lokales/Segeberg/Bei-Angriff-in-Bad-Segeberg-mit-Springerstiefeln-brutal-zugetreten

04.10.2019 30 Jahre Rote Flora Geburtstag *Bands *Aftershowparty

Die Rote Flora feiert! 30 Jahre besetzt & unverträglich.

Am 4. Oktober werden die Flora-Treppen vom Bass gefegt. Mit einem formidablen Line-Up an Bands und Redner*innen feiern wir mit euch die Rote Flora, als ein Bollwerk gegen Ausgrenzung, Rassismus, rechte Hetze und kapitalistische Verwertungspolitik.

Zu jeder Zeit und besonders heute, wo rassistische Morde, Kriminalisierung von Seenotrettung und Einschüchterung von Menschen, die nicht in das Weltbild der rechten Akteur*innen passen, wieder an der Tagesordnung sind – wo diese Menschen aktiv bedroht oder ausgegrenzt werden, braucht antifaschistische Arbeit Freiräume um dagegen aktiv zu werden. Diese Freiräume sind niemals verhandelbar – denn sie werden von Menschen, nicht von Gebäuden getragen!

FLORA BLEIBT und hat jetzt schon Geschichte geschrieben, als SYMBOL für gelebten Antifaschismus – gegen Menschenverachtung und für ein solidarisches Miteinander gegen alle Widerstände.

Kommt vorbei und lasst uns zusammen ein Zeichen setzen – eine andere Gesellschaft ist möglich – SOLIDARISCH UND GRENZENLOS!

 

Ab 16 Uhr – KONZERT AUF DEN FLORA-TREPPEN mit:
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+ Haszcara

+ Tunche SoundSystem

+ Sookee

+ Madsen

+ XXXXX

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22 Uhr – AFTERSHOWPARTY
(Indoor) mit DJ Tofuwabohu
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Infos unter:
Webseite
Facebook

Heterosexismus der Neuen Rechten am Beispiel der Rechtsrockband Frei.Wild

Frei.Wild wollen dieses Jahr erneut auf dem Baltic Open Air bei Schleswig auftreten. Sie werden oft im Zusammenhang von Nationalismus und Rassismus thematisiert. Weniger wird der Sexismus in ihren künstlerischen Darstellungen angeprangert.
Hierzu haben wir einen Beitrag verfasst, der Hetero-Sexismus in der Neuen Rechten am Beispiel von Frei.Wild beschreibt:

Heterosexismus der Neuen Rechten am Beispiel der Rechtsrockband Frei.Wild

Frei.Wild werden in erster Linie für ihren völkischen Heimatbegriff und gewalttätige Sprache kritisiert, mit der sie den „Soundtrack für PEGIDA“ liefern würden.[1] Ihr Sexismus wird dagegen seltener thematisiert. Diesbezüglich erhielt Frei.Wild hauptsächlich Aufmerksamkeit für die sexistischen Plakatmotive mit dem Erotikmodel Micaela Schäfer.[2,3]

Dieser Text wirft explizit einen feministischen Blick auf die Band Frei.Wild. Der hier dargestellten Kritik müssen sich in einer Gesellschaft, die in allen Bereichen von Sexismus durchdrungen ist, die meisten Bands der männlich dominierten Musikindustrie stellen. Dennoch ist es wichtig, auch einzelne Bands gezielt zu kritisieren, insbesondere, wenn sie über einen hohen Bekanntheitsgrad verfügen.

Wenn hier von Männern und Frauen geschrieben wird, sind durchgehend cis-geschlechtliche Menschen gemeint, Personen also, die sich mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei Geburt von anderen zugeordnet wurde. Diese Beschränkung auf das binäre Geschlechtersystem ergibt hier Sinn, da dies offensichtlich der Weltsicht der Band entspricht. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass Frei.Wild geschlechtliche Vielfalt anerkennt. Philipp Burger verwendet beispielsweise das Wort „Genderwahnsinn“, was diese Vermutung noch unterstreicht. Auch scheint keine Sensibilität in Bezug auf andere LGBTIQ+-Themen zu bestehen, denn es erscheint doch sehr zynisch, wenn Burger aufgrund der Sauberkeit Moskaus seine Bewunderung für die harte Hand des Gesetzes in Russland ausspricht, wenn doch dieselbe harte Hand eine Bedrohung für die LGBTIQ+-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersex, Queer, +) in Russland darstellt. Diverse Gesetzgebungen stellen sogenannte „Propagierung von Homosexualismus“ unter Strafe und erschweren die Arbeit von Organisationen massiv.[4] So ergibt sich eine starke Wechselwirkung der LGBTIQ+-feindlichen Handlungen und Ansichten von Staat, Religion und Bevölkerung, wodurch Personen der LGBTIQ+-Community ständig von Gewalt und Repression bedroht sind.

 

https://www.facebook.com/burgerphilipp/posts/2268046939911610

 

https://www.facebook.com/burgerphilipp/posts/2218348754881429

(Hetero-) Sexismus

Sexismus ist die Diskriminierung von Personen aufgrund ihrer (zugeschriebenen) geschlechtlichen Identität in einem Machtgefüge, in dem (cis) Männer privilegiert sind und von einer strukturellen Frauenfeindlichkeit profitieren. Heterosexismus ist eine Ausprägung von Sexismus. Heterosexistische Anschauungen gehen davon aus, dass erstens nur zwei (cis) Geschlechter – Mann und Frau – existieren würden und zweitens nur die heterosexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau „richtig“ und „normal“ sei.

Von (hetero-) sexistischen Anschauungen ist unsere gesamte Gesellschaft durchzogen und sie prägt unser aller Denken und Handeln. Daher ist es auch nicht erstaunlich, wenn sogar diskriminierte Personen Sexismus verinnerlicht haben und weitergeben.

Wenn also Micaela Schäfer sehr bereitwillig Werbung für Frei.Wild macht und es viele weibliche Fans der Band gibt, bedeutet dies keinesfalls, dass die Band damit nicht sexistisch auftritt.[5]

Patriotismus und Nationalismus gehen mit Sexismus einher

Während in der Politik gerne die Unterscheidung zwischen Patriotismus und Nationalismus gemacht wird, kommen Forschende zu dem Schluss, dass diese Grenze nicht klar zu ziehen ist und beides oft miteinander einhergeht.[6] Da Frei.Wild sich selbst gern als Patrioten bezeichnen, beschränke ich mich hier auf diesen Begriff, weise aber daraufhin, dass Nationalismus in solchen Zusammenhängen mitgedacht werden muss. Patriotismus – die Liebe zum “Vaterland” – ist ein von Grund auf androzentrisches Konzept, welches stets das Eigene und das Fremde bestimmt und Abwertungen innehat. Die Traditionen, Bräuche und Geschichten, die “stolze” Patriot*innen erhalten wollen, beruhen auf Jahrtausenden männlicher Dominanz. Und so sind es auch als männlich konstruierte Werte wie Stärke, Loyalität, Brüderlichkeit und Vernunft, die von Frei.Wild zelebriert werden.

Frei.Wilds Frauenbild[7]

Die Texte von Frei.Wild werden i.d.R. von Philipp Burger geschrieben. Er tritt in Interviews, Ansagen und Videos als das Sprachrohr der Band auf. Die hier geübte Kritik bezieht sich teilweise explizit auf Aussagen von Burger, richtet sich aber auch an den Rest der Band, das Management, Veranstalter und alle anderen, die hinter Burger und der Band stehen und so zu ihrem Erfolg beitragen.

Die Themen sind vielfältig, doch es gibt wiederkehrende Motive. Zu diesen gehört eine sexistische Darstellung von Frauen. In sämtlichen Liedern, aus denen eine weibliche Figur gelesen werden kann[8], steht die Beziehung zu einer männlichen Figur im Vordergrund.

Meistens sind die Frauen passiv: Ihr Aussehen wird bewertet, sie sind Objekte der Begierde und „schmutziger Gefühle“ (Ich bin nicht heilig) oder gar Opfer von Missbrauch und Vergewaltigung (Schrei auf schrei laut).

Der Sänger gibt zu, er habe in der Vergangenheit „An Mädchen keinen Respekt gelassen // Durfte sie dennoch fassen“ (Mein Leben, meine Geschichte, meine Lehre). In keiner Weise wird übergriffiges Verhalten verurteilt oder irgendeine Lehre gezogen. Stattdessen steckt in der Aussage noch eine Anschuldigung an die „Mädchen“, da diese sich seine Taten ja gefallen lassen hätten.

In einer vermeintlichen Machtposition befinden sich Frauen dann, wenn sie sich – der Begierde ihres männlichen Gegenübers bewusst – dieser verwehren. In Miss America kommt es gar zu körperlicher Gewalt seitens der Frau, doch erweist sich diese Begegnung mit einer „Lara Croft“ als Alptraum des Texters. Das eigentliche Problem liegt in der Übersexualisierung von Frauen und dem Ignorieren möglicher Grenzen im Umgang mit ihnen, doch das wird hier ebenfalls nicht reflektiert.

Neben Schönheit und Sex ist es die Fürsorge, die mit der Frau verknüpft wird. Sie sei ein „schützender Engel“ (Wie ein schützender Engel) und steht dem Protagonisten mit ihrer emotionalen Unterstützung bei.

Insgesamt zeichnet die Band mit ihren Texten ein stumpfes Bild von Frauen. Sie sind Huren oder Heilige, eine konservativ-christliche Dichotomie, die auch in Deutschland weit verbreitet ist. In erster Linie werden sie aber anhand ihrer Beziehungen zu Männern beschrieben und so auf eine emotional unterstützende und sexuell verfügbare Rolle reduziert.

Darstellung in Musikvideos

2011 Weil du mich nur verarscht hast Bewertung von Frauen aufgrund ihres Aussehens, Schadenfreude über die Situation einer Alleinerziehenden
2013 Wer weniger schläft, ist länger wach Reduzierung von Frauen auf Sexualität
2015

LUUA Rock’n

Frauen sprühen Grafitti
2015

Wie ein schützender Engel

Fürsorgliche Partnerin
2015

Lass dich gehen

Frau wird von Burger gerettet
2015 Hab keine Angst Frau wird kindlich dargestellt, Misshandlungen in Psychiatrie, befreit sich selbst
2016 Allein, ohne dich, bei mir Frau als Exfreundin
2017

Antiwillkommen

Frauen führen Fans von Frei.Wild an
2017

Rivalen und Rebellen

Frauen arbeiten im Hintergrund (Bühne aufbauen, Tourbus fahren)
2017

Herz schlägt Herz

Frau erhält durch Mann Selbstbewusstsein
2018

Und ich war wieder da

Frau verhindert ein gutes Leben
2018

Fick dich und verpiss dich

3 Frauen rächen sich an Mann, der sie früher schlecht behandelt hat
2018

Verbotene Liebe, verbotener Kuss

minimale Ansätze, Diversität und sexuelle Vielfalt darzustellen
2019

Geartete Künste hatten wir schon

Feminismus als Teil von “Gleichschaltung” in der Musikindustrie

Während in den Texten Frauen wenig oder nur in Beziehung zu einem Mann repräsentiert werden, tauchen sie in den Videos regelmäßig auf. Neben klischeehaften Darstellungen gibt es durchaus auch Szenen, in denen Frauen aktive Rollen einnehmen. Eine – zunächst allerdings sehr kindlich und hilflos dargestellte – Frau befreit sich selbst aus einer Psychiatrie[9], drei Frauen rächen sich gemeinsam an ihrem Mobber und weibliche Fans sprühen Grafitti oder ziehen mit anderen Fans durch die Stadt, um ihre Lieblingsband zu unterstützen.

Im zuletzt erschienenen Video zu „Geartete Künste hatten wir schon“ wird ein künstlicher Mainstream imaginiert, in dem die Musikindustrie gleichgeschaltet („im Gleichstrom der Medien“) sei. Die Band veröffentlichte zusammen mit dem Musikvideo ein Statement, in dem es heißt:

Was ist in und was ist out? Was gehypt und was gehasst? Wo liegen die Minenfelder? Wo die Katapulte nach oben? Politische vermeintlich nicht korrekte Aussagen? Brandgefährlich. Wen sollte man gut finden und wen auf keinen Fall? Wem tritt man auf die Füße und mit wem tanzt man lieber? Alles Dinge, die wir nicht verstanden und ehrlich gesagt auch heute nicht verstehen können. Dabei wäre es im Grunde so verdammt einfach: Jeder sagt was er fühlt, was er denkt und was er eben nicht denkt. Mit allen Konsequenzen, die dazugehören.“ [10]

Die Ansicht, dass politisch korrekte Sprache eine Form von Zensur sei, ist in der rechten Szene etabliert.[11] Auch hier wird in Text und Bild die Meinung vertreten, es gebe eine politische und kulturelle Elite, die darüber entscheidet, was gesagt werden dürfe und was nicht. Daraus ergebe sich eine schweigende Mehrheit, die angeblich unterdrückt werde. So hat die Band keinerlei Verständnis für Personen, die tagtäglich sexistischen, rassistischen und anderen diskriminierenden Äußerungen ausgesetzt sind. Stattdessen stellt sich Frei.Wild als die negativ Betroffenen hin und geht später im Statement sogar soweit, den Vergleich mit den Zuständen im Dritten Reich explizit zu machen:

Ob ihr es glaubt oder nicht. Aber die Geschichte wiederholt sich. Unsere Bilder und Bücher brannten noch nicht, aber die Art des Agierens gegen Musiker, die einem nicht passen, lassen keinen anderen Schluss zu als zu sagen, es ist ein verdammt gefährlichen Weg, auf dem gegangen wird. Ein Weg, der schlimmer nicht enden konnte.“

Frei.Wild stilisiert sich hier als tapferer Rebell, der im Namen der Freiheit („Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!!!“) gegen einen angeblich linken Mainstream – hier „geartete Künste“ genannt – kämpfen und keinerlei Kritik aushalten müsste.

Ein Mitglied einer solch „gearteten“ Band trägt ein Symbol des Frauenkampfes auf dem Shirt. Feminismus wird also nicht als Bewegung mit ernstzunehmenden politischen Forderungen gesehen, sondern als Accessoire, das dem konsumierenden Volk vorgesetzt werde. Echte Authentizität dagegen sei natürlich nur bei Frei.Wild und ihren Fans zu finden.

Insgesamt stellen die Videos ein unklareres Bild dar als die Songs und Aussagen der Band und insbesondere des Frontsängers Burger. Es ist zu vermuten, dass Burger nicht allein über die Videos entscheidet und das visuelle Medium sich anbietet, um das sogenannte „schöne Geschlecht“ stärker zu involvieren. Dabei wird sich fast ausschließlich auf die Darstellung weißer Frauen beschränkt, die gängige Schönheitsideale und Schlankheitsnormen erfüllen. Vor dem Hintergrund der männlichkeitszentrierten Texte, können die minimalen (!) Ansätze der Repräsentation von Vielfalt nicht als Gegengewicht zu Frei.Wilds generellem Sexismus betrachtet werden.

Fazit

Frei.Wild präsentiert eine Weltanschauung, in der die Zuordnung von Rollen und Eigenschaften anhand der Kategorien Mann und Frau geschieht. Männerbünde werden zelebriert, Frauen sind in erster Linie (Sexual-)Partnerinnen. Damit reproduziert Frei.Wild den (Hetero-) Sexismus, der tief in unsere Gesellschaft eingeschrieben ist und in der Neuen Rechten mit rückständigen Rollenbildern besonders aufblüht. Durch die Vorbildfunktion, die Frei.Wild zukommt, ist deren Darstellung in einer weltoffenen, toleranten und geschlechtergerechten Gesellschaft nicht hinnehmbar.

[1] https://www.spiegel.de/kultur/musik/interview-mit-der-skandal-rockband-frei-wild-a-1027269.html
[2] https://micaela-s.de/news/micaela-sch%C3%A4fer-freiwild-kampagne
[3] https://pinkstinks.de/das-problem/
[4] https://www.bpb.de/internationales/europa/russland/analysen/264904/analyse-lgbt-bewegung-und-homophobie-in-russland
[5] http://feminismus101.de/verinnerlichter-sexismus/
[6] https://www.sueddeutsche.de/wissen/liebe-zum-land-die-maer-vom-guten-patrioten-1.912131
[7] Siehe PDF im Anhang
[8] Davon abgesehen wird in sämtlichen Darstellungen nur das generische Maskulinum verwendet, statt gendergerechte, diskriminierungsfreie Sprachgestaltung zu respektieren.
[9] Randnotiz: Die klischeehafte Darstellung einer Psychiatrie wie aus einem Horrorfilm und die Sprache, die Philipp Burger verwendet, verstärken bereits vorhandene Stigmata um psychische Krankheiten und geistige Behinderungen.
[10] https://www.frei-wild.net/blog/2019/07/03/das-video-geartete-kuenste-hatten-wir-schon-577
[11] https://www.der-rechte-rand.de/archive/3824/political-correctness/

Für diese Analyse wurden die Texte der nachfolgenden Songs verwendet. Die Texte können auf der Webseite der Band gelesen werden. In der beigefügten PDF-Datei [Heterosexismus am Beispiel von Frei.Wild – Songtexte] wurden diese mit zusätzlichen Kommentaren versehen:

Nicht heilig (Rivalen und Rebellen, 2018)
Geartete Künste hatten wir schon (Rivalen und Rebellen, 2018)
Von der Wiege bis zur Bar (Rivalen und Rebellen, 2018)
Schrei auf schrei laut (Rivalen und Rebellen, 2018)
Miss America (Rivalen und Rebellen, LP Bonus, 2018)
Willig, sexy und perfekt (15 Jahre Deutschrock und Skandale, 2016)
Mein Leben, meine Geschichte, meine Lehre (Gegen alles, gegen nichts, 2008; 2009 und 2013 durch Rookie & Kings wiederveröffentlicht)
Weil Du mich nur verarscht hast (Gegengift 10 Jahre Jubiläumsedition, 2011)
Die Welt brennt (Gegengift 10 Jahre Jubiläumsedition, 2011)
Nehmen und nicht geben (Gegengift 10 Jahre Jubiläumsedition, 2011)
Frei.Wild´s Ländereien (Mitten ins Herz, 2006; 2009 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Schwarz und Weiss (Mitten ins Herz, 2006; 2009 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Wahr oder gelogen (Mensch oder Gott, 2004; 2010 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Südtirol (Wo die Sonne lacht, 2003; 2010 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Dein zweites Leben (Wo die Sonne lacht, 2003; 2010 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Aids (Wo die Sonne lacht, 2003; 2010 durch Rookies & Kings wiederveröffentlicht)
Der aufrechte Weg ( Wo die Sonne lacht, 2003; 2010 durch Rookies& Kings wiederveröffentlicht.

„Keine Bühne für Nationalist*innen“ ruft aus diesen und vielen anderen Gründen, die in weiteren Texten nachgelesen werden können[wir berichteten: 1,2,3], zum Boykott der Band Frei.Wild und ihres Unterstützungsnetzwerkes auf. Aktuell bedeutet das konkret, das Baltic Open Air unter der Leitung von Daniel Spinler nicht weiter zu unterstützen, bei dem Frei.Wild am 24.08.2019 erneut als ein Headliner auftreten werden und für alle mit dem Festival in Beteiligung stehenden Verantwortlichen, sich den Boykott-Aufrufen gegen das rechtslastige Festival anzuschließen.

 

kbfn.noblogs.org/heterosexismus-bei-frei-wild

06-07.07.2019 Rechtsrockfestival in Themar mit Beteiligung aus Schleswig-Holstein

Vom 6-7.07.2019 fanden in Themar die sogenannten “Tage der nationalen Bewegung” der NPD mit Beteiligung aus Schleswig-Holstein statt.

Mit knapp 400 Personen am Freitag und ingesamt ca. 800-900 Personen ein deutlicher Abschwung im Vergleich zu 2017, wo dort ungehindert etwa 6000 Personen nahezu ungestört ihre Veranstaltung durchführen konnten.
Dafür kam es 2019 zu 45 Strafanzeigen, ein offener Haftbefehl wurde vollstreckt. Antifaschistische Gegenproteste mit teilweise bis zu 700 Teilnehmer*innen blieben ohne besondere Vorkommnisse.
Gegen die Bands “Sturmwehr” und “Beliebte Jungs” wurde am Freitag Abend ein Auftrittsverbot bis Sonntag verhängt. Dazu wurde wie beim “Schild und Schwert”-Festival in Ostritz im Juni der Alkoholaussschank größtenteils unterbunden.[1]
Das Alkoholverbot bezog sich ebenfalls auf die Gaststätte Klosterhof Veßra, wo Inhaber Tommy Frenck einige der frustrierten Gäste empfing.[2]
Die ursprünglich geplante Fortsetzung am Sonntag wurde vom Versammlungsleiter abgesagt.
Im Anschluss an das NPD-Festival wurde ein Gerichtsstreit um die Frage eröffnet, ab wann derartige Veranstaltungen noch als politische Versammlungen gewertet werden dürften, die unter besonderem verfassungsrechtlichen Schutz stehen.[3]

Der Rechtsrock-Experte Maximilian Kreter kritisiert, dass Behörden die Möglichkeit Rechtsrockkonzerte zu untersagen oftmals nicht in vollem Umfang ausschöpfen.
So genügten verbotene Lieder, Hitlergrüße und das Tragen verfassungsfeindlicher Symbole etwa dazu, Versammlungen aufzulösen. Doch dazu kommt es meist nicht.[4]

Geplant waren Auftritte von den Bands “Acciaio Vincente” (für “SPQR” eingesprungen), “Oidoxie”, “Germanium”, “Sturmwehr”, “Übermensch”, “Feindnah”, “Killuminati”, “Uwocaust” und “Unbeliebte Jungs”. Die schleswig-holsteinische Rechtsrock-Band “Blutlinie” aus Dithmarschen ist ebenfalls in Themar aufgetreten. Diese wurde zuletzt im Verfassungsschutzbericht SH für das Jahr 2018 erwähnt.[5]
So haben “Blutlinie” z.B. in sozialen Medien 2018 einen Spendenaufruf für Angehörige der Waffen-SS gestartet und diese gelobt. “Blutlinie” vermarktet ihre Musik über das Chemnitzer Neonazi-Label “PC-Records”, was deren Beteiligung an dem groß angekündigten Rechtsrock-Festival erklären dürfte.[6]
“PC-Records” gilt als eines der aktivsten Neonazi-Labels und sponsert Festivals und andere Veranstaltungen der extremen Rechten, z.B. das Kampfsportturnier “Tiwaz” oder die kürzlich durchgeführten “Tage der nationalen Bewegung” in Themar.[7]

Videos und Bilder der Veranstaltung verdeutlichen die ideologische Ausrichtung. Mit dem Auftritt der Band “Oidoxie” ist zudem eine Verbindung zwischen NPD und Combat 18, dem terroristischen Arm von “Blood & Honour”, erneut nicht von der Hand zu weisen.[8,9]

Mitglieder der Band “Oidoxie” spielten im Sommer 2018 völlig unbehelligt von jeglichen Behörden in Dahme (Ostholstein) ein angemeldetes Rechtsrockkonzert mit der Band “28 – Gehasst,Verdammt,Vergöttert”.[10]

[1] https://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/hildburghausen/themar-rechtsrock-festival-konzert100.html
[2] https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Polizei-beschlagnahmt-Bier-auf-Rechtsrock-Festival-in-Themar-id54821041.html
[3] https://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/hildburghausen/themar-rechtsrock-konzert-gegenprotest-justiz-100.html
[4] https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/rechtsrock-experte-politik-scheut-die-rechtliche-pruefung
[5] https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/aktive-neonazis-im-hohen-norden
[6] http://wachsam-in-chemnitz.de/rechte-strukturen-in-chemnitz/vertriebsszene/pc-records-backstreet-noise/
[7] https://exif-recherche.org/?p=6105
[8] https://www.youtube.com/watch?v=ypxkGrrB99I
[9] https://www.flickr.com/photos/97583384@N08/sets/72157667936982037/
[10] https://exif-recherche.org/?p=5177

24.06.2019 Infoflyer zum Baltic Open Air, Werner-Rennen und Rider´s Cafe Lübeck

Keine Bühne Für Nationalist*innen veröffentlichen heute einen kurzen Infoflyer zum Baltic Open Air in Busdorf, Werner-Rennen Hartenholm und der Rookies & Kings-Tour in Lübeck:

 

Passend hierzu dokumentieren einen Indymedia-Beitrag der “Konzertcrew Time to say goodbye” zum Baltic Open Air-Festival vom 20.06 : [1]

Baltic Open Air ins Geschichtsbuch statt auf den Acker! Daniel Spinler ist ein rechter Veranstalter!

Einigen ist Daniel Spinler von Zeiten des Jahrtausendwechsels noch bekannt aus Fleckeby, wo er mit irgendwelchen rechtsoffenen Dorfdeppen in der Kutsche am feiern gewesen ist. Mittlerweile hat Daniel Spinler ein beachtliches grau-braunes Deutschrock-Projekt und weitere Veranstaltungen auf die Beine gestellt.
Dazu zählen mehrere organisierte Festivals und andere politisch irrelevante Veranstaltungen (z.B. das Osterfeuer) im Raum Schleswig, allen voran aber sein umstrittenes Baltic Open Air.

Spätestens durch die Kritik der eingeladenen Bands zum Baltic Open Air 2015 (insb. mit Kevin Russel, Frei.Wild, Kärbholz, Loudstark) ist Spinler zu trauriger Bekanntheit gelangt.

Da in 2 Monaten das nächste Baltic Open Air bei Schleswig stattfinden soll, ist es Zeit, einen Blick auf sein Facebook-Profil (https://www.facebook.com/daniel.openair) zu werfen.

Unter dem Facebook-Account finden sich zunächst allerlei Seiten, die mit Veranstaltungen, Festivals und Konzerträumen zu tun haben.
Dazu allerdings auch mehrere Seiten, die verwerflich sind, jedenfalls wenn in Betracht gezogen wird, dass ein Festivalveranstalter auch politisch Verantwortung trägt, wenn er mit rechten Umtrieben sympathisiert.

Eine Auswahl:

1. Heinz-Christian Strache
Politiker der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichts (FPÖ) unter Sebastian Kurz

2. Sebastian Kurz
Ex-Bundeskanzler Österreichs, Österreichische Volkspartei (ÖVP)

3. Erik & Sons
Beliebtes Neonazi-Modelabel

Infos:
https://www.belltower.news/erik-and-sons-neonazis-stehen-auf-einheitskle…
https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/bekleidung-und-marken/erik-so…

4. Wotan Textil / Wikinger Versand
Neonazi-Modelabel
Der Wikinger Versand existiert schon seit über 20 Jahren. Betreiber Siegfried Birl ist früher JN-Vorsitzender in Bayern, sowie NPD-Mitglied gewesen.
Dementsprechend gestaltet sich auch das Design der angebotenen Ware. So finden sich auf der Webseite Aufdrucke wie “Gegen Nazis – siehst du ziemlich alt aus!”, “Mohrenkopf – 100% Politisch inkorrekt”, “Autobahn est. 1933” sowie Verweise zu anderen Neonazi-Seiten.
Unter Wotan Textil hat der Versand seine Webpräsenz bei Facebook aufgebaut, dazu noch den Online-Shop Funshirt GmbH. Sigfried Birl ist seit vielen Jahren ein maßgeblicher Vertreiber von Neonazimode und politischer Akteur der extremen Rechten.

Infos:
https://de.indymedia.org/2010/12/295577.shtml
https://wikiwegreloaded.wordpress.com/

5. Yakuza Premium Store
Bei Neonazis beliebtes Modelabel

Infos:
https://www.antifainfoblatt.de/artikel/„yakuza“-—-das-neue-„thor-steinar“
https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/bekleidung-und-marken/yakuza-…

6. Wahl der Wahrheit 2021
Bereits auf der Startseite findet sich das Titelbild von Björn Höcke, weiterhin “Reconquista Germania” und die Rechtsrockband “Kategorie C”. Die Seite fällt auch öfter durch Hasskommentare und Mordwünsche auf, z.B. im Fall Soros und mobilisiert für die Bundestagswahl 2021 die extreme Rechte.

7. Frank Hanebuth
Langjähriger Chef der Hells Angels Hannover und verurteiler Straftäter, gegen den derzeit ein weiteres Verfahren in Spanien läuft.

Infos:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/…

8. Dirty Pack MC Kappeln
Hells-Angels-Untergruppe

9. Dazu hat Spinler ein Dutzend Grauzonebands bei seinen Likes, wie “Kevin Russel”, “Haudegen”, “Kneipenterroristen”, “Goitzsche Front”, “Serum 114”, “Krawallbrüder”, “Hämatom”, “Kärbholz”, dazu natürlich die Rechtsrockband “Frei.Wild”. Diese hatte Daniel Spinler trotz immenser Kritik bereits 2015 und 2017 gebucht und hält als Geschäftsführer der Baltic Eventmanagement GmbH aus Fleckeby weiterhin unbeirrt an Frei.Wild und ihrem Label Rookies & Kings fest.

10. Bereits 2015 war Daniel Spinler mit den Seiten “AntiFa Watch – Beobachtung der pseudolinken Faschisten” / “Gegen Linksextremismus” negativ aufgefallen. Dies sind klare Neonazi-Seiten. Damit es nicht zu weite Kreise schlägt, wurde es kurzerhand entfernt. Ein politisches Umdenken hat es offenbar bislang nicht gegeben, anders lassen sich die Kontinuität der Facebook-Likes und die Booking-Linie nicht erklären.

Dennoch ist D. Spinler vorsichtig, gibt es doch einiges zu verlieren in der Gemeinde, deren Kassen er teilweise mit füllt.

Als kürzlich über Umwege die Kritik an Daniel Spinler herangelangt ist, versuchte er ein Vertuschungsmanöver und löschte kurzerhand einige Seiten, z.B die Seite von Sebastian Kurz und HC Strache, doch das Internet vergisst nicht.
Auch über Spinlers politische Vergangenheit ist noch nicht alles gesagt, doch dazu ein anderes Mal mehr.

Spinler wird bereits jetzt in Erklärungsnot geraten, sind das doch im Gesamtkontext ein paar “Zufälle” zuviel. Wer sich im Internet so positioniert, wird dabei als Festivalversanstalter kaum gut wegkommen.

Dies ist neben der aktuellen Bandauswahl ein Grund mehr, alle Kulturschaffenden, Sponsoren, Unterstützenden und Gäste nochmal eindrücklich dazu aufzufordern, dem Baltic Open Air ein für alle Mal den Rücken zu kehren und die Strukturen weder politisch noch finanziell zu stützen.

Mit dem diesjährigen Lineup, wo erneut z.B. die Rechtsrocker von Frei.Wild und ihre Label-Kollegen Unanstastbar aus der früheren Neonazi-Band “Kaiserjäger” spielen sollen, zeigt Spinler erneut, wie unverbesserlich er und sein braun gefärbtes Deutschrock-Festival einzuordnen sind.
Dabei kommt es zur Win-Win-Situation:
Das einzige Festival in Norddeutschland, welches Frei.Wild noch buchen möchte, trifft durch die unreflektierte Fan-Szene von Frei.Wild auf die kommerzielle Stabilisierung des Baltic Open Air, während Frei.Wild mit ihren eindeutig rechten Texten junge Menschen politisieren und für die Neue Rechte ködern können.
Dass die Ex-Punkband Zaunpfahl auf dem Lineup steht und gleichzeitig für die “G.O.N.D. – Größte Onkelz-Nacht Deutschlands” angekündigt ist, fällt da genauso wenig ins Gewicht, wie kleinere Onkelz-Coverbands, wie “Stainless Steel”, die D. Spinler angesichts seiner Facebook-Handlungen ebenfalls zu mögen scheint.

Im Raum Schleswig etabliert sich allmählich ein rechtsoffenes Deutschrockfestival unter politisch höchst fragwürdiger Veranstaltungsleitung, getragen von der Gemeinde, die finanziell von Spinlers Treiben profitiert. Damit muss endlich Schluss sein!

Mehrere Boykott-Aufrufe der letzten 10 Jahre sowie aktuelle Kampagnen und Demonstrationen gegen Frei.Wild, Nationalismus, Grauzone und Rechtsrock haben mit viel Engagement Kritik an der Durchführung des Baltic Open Air und diverser Frei.Wild-Auftritte geäußert.
Selbst Stimmen aus dem Landtag bezeichneten Frei.Wild im Frühjahr 2019 als PEGIDA für die Ohren.

Nun sind Bands, Sponsoren, Gäste und sonstige an der Durchführung des Baltic Open Air beteiligte Akteure gefragt, Flagge gegen rechts zu zeigen und keine Verträge mit Daniel Spinler, der Baltic Eventmanagement GmbH bzw. dem Baltic Open Air Festival einzugehen bzw. diese umgehend zu kündigen.

Vom 22-24.08.2019 soll das rechtslastige Baltic Open Air in Busdorf bei Schleswig unter Daniel Spinlers Leitung durchgeführt werden.

Vernetzt euch, organisiert euch, seid kreativ! – Baltic Open Air nicht mehr (schweigend) zulassen!

Nazis aus der Deckung holen!

Infos zu vergangenen Protesten in Schleswig-Holstein gegen Frei.Wild-Auftritte auf dem Baltic Open Air und anderswo in den letzten Jahren:

2012 https://de.indymedia.org/2012/01/323635.shtml
2015 http://agantifaschleswig.blogsport.de/2015/07/
2016 https://kbfn.noblogs.org/09-04-2016-frei-wild-in-kiel/
2016 https://www.antifa-kiel.org/2016/04/04/freiwild-konzert-in-kiel-und-gegenaktionen/
2017 http://antifaflensburg.blogsport.de/2017/08/22/offener-brief-an-baltic-open-air-unterstuetzer/
2018 https://www.antifa-kiel.org/events/kiel-demo-kein-parkplatz-fuer-nationalismus-kein-bock-auf-freiwild/
2019 http://antifaflensburg.blogsport.de/2019/01/23/keine-buehne-fuer-nationalismus-frei-wild-konzert-im-roxy-verhindern/
2019 https://www.facebook.com/AntifaDithmarschen/posts/1505403292923490
2019 http://diversity.zone/nie-wieder-deutschrock/
2019 https://kbfn.noblogs.org/demo-klare-kante-gegen-rechtsruck-nationalismus-und-frei-wild/

Screenshots-Auswahl zu 1. bis 10. wurde hier hinzugefügt und als PDF-Sammeldokument angefügt.

Vielen Dank für den kleinen Einblick!

– Konzertcrew Time to say goodbye –

Bilder:

Daniel Spinler Screenshots Facebook Mai-Juni 19.pdf

Weitere Informationen:
[1] https://de.indymedia.org/node/34045

21-23.6.19 Rechtsrock-Festival in Ostritz ohne Kampfsportturnier

Das für dieses Wochenende geplante Rechtsrock-Event „Schild und Schwert-Festival” (SuS) in Sachsen muss ohne Kampfsportturnier auskommen, da sich zu wenige angemeldet haben. So bleibt ein Rechtsrock-Festival, getarnt als politische Veranstaltung.[1]

Dort treten unter anderem Kategorie C auf, die nach 2 Jahrzehnten Bandgeschichte ihren Abschied verkündet hatten und Griffin, der als Solomusiker z.B. am 09.03.2019 in der Neonazi-Kneipe “Titanic” in Neumünster unter Antifa-Protest aufgetreten ist.[2]

Erst am 08.06.2019 fand in Zwickau das „Tiwaz – Kampf der freien Männer”-Turnier statt. Gewillte Personen, die sich für den politischen Straßenkampf am sog. Tag X rüsten und sich auf Neonazi-Festivals zur Schau stellen, dürften also zahlreich existieren.[3]
Insbesondere daher ist der Wegfall des “Kampf der Nibelungen” für Thorsten Heise, der seinen Geburtstag bei diesem Anlass feiern will, als Misserfolg zu werten.[4]

Mehr Informationen:

[1] https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/neonazi-event-ohne-kampfsport
[2] http://eisberge.blogsport.eu/?p=531
[3] https://runtervondermatte.noblogs.org/unter-dem-deckmantel-eines-sport-und-bildungsvereins-gedanken-zur-kuerzlich-durchgefuehrten-neonazi-kampfsportveranstaltung-tiwaz-zu-den-strategien-rechter-k/
[4] https://kbfn.noblogs.org/ostritz-06-19/

21-23. Juni 2019 Ostritz – Erneut Rechtsrock/Blood&Honour-Festival geplant